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Der Rüdiger Suchsland-Altar
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Rüdiger ist...
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der Fels in der Brandung
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 16.04.2005, 04:37                                  +/-



Der Mann ganz links, der aussieht wie ein Kreisgruppenvorsitzender der Jungen Union, ist unser Freund Rüdiger, Deutschlands härtester Filmkritiker. Dieser Thread soll ihn ehren, denn Rüdiger ist Kult. Rüdiger ist die Messlatte, an der kein Filmschaffender in diesem Land vorbeikommt und ich persönlich habe einen Narren an ihm gefressen, denn seine Kritiken sind einfach immer wieder lesenswert und erfrischend, was immer man im Einzelfall von ihnen hält.

Dabei hat es Rüdiger auch nicht leicht, zu oft wird er missverstanden: "Ich betrachte mich nicht nur als Richter, sondern zugleich als Anwalt, Ankläger, Zeuge und Sanitäter. Ich möchte die Aufmerksamkeit auf etwas lenken, was ich schön finde. Ich betrachte mich weder als Feind noch als Diener der Industrie." Ärgern kann er sich über wichtigtuerische Filmemacher aus der zweiten Reihe, die seine Kritiken zur Voransicht anfordern: "Darin wird dann herumgeschmiert. Je unwichtiger jemand ist, um so eher will er gegenlesen. Arnold Schwarzenegger verlangt so etwas nicht."

Gemobbt wird er auch: "Als ich der Presseagentin sagte, dass mir der Film ‚Heaven’ nicht ge­fällt, wurde mir mein Interview mit Tom Tykwer abgesagt." Er ist eben kein handzahmer Hofberichtstatter, das gilt auch und besonders bei deutschen Produktionen: "Wir müssen über Filme schreiben, aber keine patriotischen Aufgaben erfüllen, denn wir sind schließlich keine Fußball-Reporter, die mit den Spielern mit­fiebern."

Und ein bisschen gekränkte Berufsehre klingt bei ihm auch schon mal durch: "Wenn ein Automechaniker sagt, dass er im laufenden Motor einen Fehler hört, glaubt ihm das jeder. Bei Filmkritikern ist das jedoch nicht der Fall."

Aber er ist nicht allein, ich drücke ihm beide Daumen und werde euch in diesem Thread über seine Ansichten auf dem Laufenden halten. Deutschland braucht mehr Rüdiger!


(Quelle)

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 16.04.2005, 12:16                                  +/-

Der Thread war eigentlich überfällig. Wir sollten ihm vielleicht eine Mail schreiben und ihn auf diesen kleinen Schrein hier aufmerksam machen.

Ich habe mit "Lesenswert" geantwortet, weil ich in vielen Fällen mit ihm einfach überhaupt nicht übereinstimme. Aber das ist okay. Meinungen dürfen ruhig auch mal kontrovers sein. Lesenswert sind seine Kritiken aber fast immer, und sei es nur, um Widerspruch zu entfachen.

Ich erinnere mich beispielsweise an seine Kritik zu Matrix Reloaded. Er hat den Film nicht zerrissen, sondern durchaus ausgewogen seziert. Er hat einige positive Dinge bemerkt, aber auch ganz klar die Schwächen des Films benannt.

Diese Differenziertheit hat mir bei seinem Verriß der HdR-Filme leider völlig gefehlt. Er konnte da nur mit der Faschismus-Keule zuschlagen, was ich irgendwie als völlig daneben empfand. Ich meine, selbst wenn man mit vielem nicht übereinstimmt, was diese Filme so zeigen, muss man doch auch die grandiosen filmischen Momente der Trilogie erkennen.

However: Go, Rüdiger, Go!

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 16.04.2005, 14:41                                  +/-

Wo lest ihr den denn immer?!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 16.04.2005, 15:06                                  +/-

Suchsland ist immer und überall! Einfach Filmtitel und seinen Namen ergoogeln. Er schreibt bei artechock, telepolis und verschiedenen Zeitungen.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 17.04.2005, 16:18                                  +/-

thanil.bernetar
Der Thread war eigentlich überfällig. Wir sollten ihm vielleicht eine Mail schreiben und ihn auf diesen kleinen Schrein hier aufmerksam machen.

Aber gerne doch: suchsland@gmx.de

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 20.04.2005, 18:21                                  +/-

Rüdiger ist immer für eine Überraschung gut: auf Telepolis schreibt er eine, wie ich finde, recht schlaue und trockene Analyse der Papstwahl, Hut ab.

----------------------------------

Spalten statt versöhnen

Wofür der neue Papst steht, ist zweifellos die Konzentration auf Essentials gegen Verwässerung. Zweifellos steht er dafür, dass Glaube nicht ins Gesichtslose abgleitet. Ein Zentralist, ein Stärker der Institutionen, kompromisslos. Aber wenn schon, denn schon - wenn schon Religion, dann bitte richtig. Religion ist nicht modern und die Moderne ist nicht religiös. Ist Ratzinger, ein Mann der Anti-Moderne, nun ein Fundamentalist? Im Zweifelsfall ja. Denn er dürfte kaum die conditio-sine-qua-non der Moderne akzeptieren, nach der Religion ins Private ausdifferenziert wird. Wenn Religion nur ein System unter anderen sein darf, wird mit ihrem Absolutheitsanspruch ihr innerstes Wesen untergraben. Fundamentalisten sind diejenigen, die genau das nicht akzeptieren. Daher besteht nun kein Anlaß, noch einmal, wie schon beim Hinscheiden des alten Papstes alle Streitpunkte freundlich zu verschweigen, und wieder herauszuholen, was herauszuholen ist an Positivem. Was an Ratzinger fundamentalistisch genannt werden muss, gerät in der Warmdusche der ersten Kommentare zur heilsamen oder geradezu rebellischen Prinzipientreue. Er selbst würde das umgekehrt nie tun, wird bei aller Verbindlichkeit klare Worte finden.

Spalten, statt versöhnen also. Die Arbeit der Zuspitzung. Zutiefst moderne Methoden an der Spitze einer antimodernen Organisation. Besser noch als von Fundamentalismus könnte man die Formel des US-Wissenschaftlers Jeffrey Herf vom "Reaktionären Modernismus" anwenden. Das sind diejenigen, die die Moderne gleichzeitig bejahen und ihre Folgen verneinen, die Zurechnungsfähigen unter den Fundamentalisten, die die Gestaltungsansprüche erheben, ohne Erlösungsversprechen preis zu geben, und kühl erkennen, dass sich auf logischen Widersprüchen durchaus pragmatisch-rationale Politik aufbauen lässt.


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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 20.04.2005, 18:29                                  +/-

Hm, ich kenne Suchsland glaube ich nur aus Erwähnungen aus dem DAF, allerdings lese ich auch sonst kaum Filmkritiken. Ich habe daher nicht abgestimmt.
Das da:
Zitat:
"Wenn ein Automechaniker sagt, dass er im laufenden Motor einen Fehler hört, glaubt ihm das jeder. Bei Filmkritikern ist das jedoch nicht der Fall."
find ich allerdings eigenartig. Ein fehlerhafter Motor ist nicht Geschmacksache, ein Film hingegen schon. Oder auf was bezieht er sich da genau?
Ich meine, sollen wir uns kein eigenes Bild mehr machen, weil das irgendwer anderes, den man nichtmal genauer kennt, schon getan hat und deshalb übernehmen wir dessen Meinung?
Filme mit Motoren zu vergleichen finde ich doch eher schwach. Wenn mein Auto nicht mehr anständig läuft, dann kann ich mir das wahrscheinlich so lange anschauen wie ich möchte und komme zu keinem Schluss. Wenn mir dann aber ein Mensch, der davon Ahnung hat sagt: "Ja nu, das liegt am Motor", dann habe ich kaum eine andere Möglichkeit als ihm das zu glauben und ihn machen zu lassen. Ich kann mir weitere Meinungen einholen, sicher, aber letztendlich muss das irgendwer von denen machen, wenn ich gerne weiter autofahren möchte.
In einen Film kann ich mich allerdings auch setzen, wenn ich keine Ahnung von Filmen habe und mir meine Meinung bilden. Und ich kann auch weiterhin in Filme gehen, wenn alle Kritiker anderer Meinung sind als ich.
Ach, ich bekomme es überhaupt nicht hin zu erklären, wieso der Vergleich schwach ist, weil die beiden Dinge unglaublich weit auseinanderliegen. Wenn ich so darüber nachdenke, würde ich mich, wenn man eines von beiden abschaffen wöllte(?), dafür entscheiden den Automechaniker zu behalten.



Zuletzt bearbeitet von Thuringwethil am 20.04.2005, 19:14, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 20.04.2005, 18:35                                  +/-

Auf handwerkliche und dramaturgische Fehler wie Kamera, Schnitt, Pacing..

Wären Filme reine Geschmackssache bräuchte es keine Kritiker. Er muss, um sich selber zu rechtfertigen, einen gewissen objektiven, handwerklichen Anteil am Filmemachen bejahen. Den es ja auch gibt, nichts ist in Filmdebatten nerviger als dieses daffige "Jeder hat halt seine Meinung.."-Gewäsch. Suchsland lässt sich darauf nicht ein, er ist der Ratzinger der deutschen Filmkritik!


EDIT: Du hast heimtückisch editiert, Auriane! Jetzt wirkt mein Posting so arm.. vielleicht später mehr dazu, ich muss weg.

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Thuringwethil



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BeitragVerfasst am: 20.04.2005, 19:13                                  +/-

Tut mir Leid, ich hatte nach dem Abschicken das Gefühl es noch weiter ausformulieren zu müssen.

Okay, also er schreibt zum Beispiel, dass die Schnitttechnik famos sei und dergleichen? Gut, das sehe ich ein. Wobei es mich beispielsweise bei Filmen, die angeblich auf echten Tatsachen beruhen, mehr interessieren würde, wie nah der Film an diese Tatsachen herankommt bzw. nicht herankommt etc. Sagt einem der Kritiker sowas auch oder wäre das (z.B. bei Historienfilmen) zu viel verlangt? Ich kann ja schlecht fordern, dass jeder Filmkritiker auch Historiker o.ä. ist.
Aber eigentlich wollte ich auch nicht den gesamten Berufsstand 'Filmkritiker' infragestellen, sondern nur den Mechaniker/Kritiker Vergleich. Das mag durch meinen letzten Satz im Edit zugegebenermaßen anders gewirkt haben.

Hm, mal schauen, vielleicht les ich gleich mal was von ihm. Wenn ich was finde, das mich interessiert.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 21.04.2005, 13:01                                  +/-

Das könnte der springende Punkt sein: auch wenn der Schnitt bei einem Film "objektiv" schlecht wäre, kann man den Film genießen, wenn einem gerade dieser Punkt nicht so wichtig ist und man z.B. mehr auf den wunderbaren Hauptdarsteller achtet. Ein Auto, dass nicht zuverlässig anspringt oder wo der Motor stottert, möchte niemand gerne fahren, egal wieviel Ahnung er von Autos hat.

Vielleicht muss man das aber auch noch verhältnismäßiger sehen: ein kaputter Motor macht ein Auto sinnlos, da müsste der Schnitt schon viel verbocken, um den Film unbrauchbar zu machen. Wenn sich ein Profigucker wie Suchsland über den Schnitt ärgert, entspräche das vielleicht einem Automechaniker, der den neuen Opel ablehnt, weil der ab 160 im fünften Gang etwas unrund läuft. Durchschnittskunden ist das egal. Sie sagen, okay, damit kann ich leben, solange die anderen Werte stimmen. Als Zuschauer kann man sagen, okay, der Schnitt ist vielleicht nicht toll, aber da achte ich eh nicht so drauf. Trotzdem hätte Suchsland recht, darum geht es ihm wohl. Während man beim Mechaniker zugeben würde, dass der Motor unrund läuft, werden aber sicher manche Zuschauer sagen, Schnitt? Blödsinn, der war doch okay, was erzählt der da..

Das scheint ihn zu ärgern, dass sein Urteil überhaupt nicht ernstgenomen wird, egal, ob man sich davon beeinflussen lässt oder nicht. Er sagt ja selber, er spricht keine Empfehlungen aus, er beurteilt die Filme, aber jeder muss dann für sich entscheiden, ob er reingeht. Er will also niemand bekehren, aber er will, dass man ihm verdammt nochmal zutraut, einen schlechten Schnitt zu erkennen. Verständlich, aber er hätte ja auch Automechaniker lernen können, dann hätte er dieses Problem nicht. Filme sind eben nichts Technisch-objektives. Was er als schlechten Schnitt empfindet, könnte ja auch Absicht sein, Bruch mit den Sehgewohnheiten, experimentelles Kino ect.. Wohingegen niemand einen unrund laufenden Motor bauen würde, um den Autobau zu revolutionieren. Also hinkt der Vergelch doch etwas, auch wenn ich ihn gut verstehen kann.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 21.04.2005, 13:52                                  +/-

Der Vergleich hinkt vielleicht weniger, als man annehmen mag. Denn es geht ja bei beidem - Automotor und Film - nicht um das objektive Ding an und für sich, das wir gar nicht als solches erkennen können, sondern um eine subjektive Beurteilung desselben.

Beispiel: Das Auto fängt bei 180 Sachen an zu vibrieren. Person A sagt "Scheiße, das Ding soll nicht vibrieren, sondern sanft gleiten." Person B hingegen urteilt "Das ist klasse, das fühlt sich sportlich an. Das ist gut designt." Wer hat jetzt Recht? Natürlich, wenn es um die Frage geht, ob das Auto überhaupt noch funktioniert, dann kann man grenzwert-objektiv sagen "Dieses Auto funktioniert nicht". Aber das kann ein Kritiker bei einem Film, der überhaupt nicht funktioniert (keine Handlung, Bilder wild durcheinander), ebenso grenzwertig objektiv behaupten.

Natürlich gibt es den von pk angesprochenen Grenzfall der Erweiterung unserer Sehgewohnheiten: wenn ein Kritiker nicht erkennt, dass ein Film tatsächlich so revolutionär ist, dass wir unsere Sehgewohnheiten anpassen müssen, dann hat er einfach einen schlechten Job gemacht. Das ist wiederum vergleichbar mit dem Automechaniker, der einem Autofahrer erklärt, dass er seinen allerneusten Ferrari reparieren lassen muss, weil der Motor falsch konfiguriert wäre. Dabei handelt es sich um das allerneueste Design-Feature von Ferrari, das es dem Auto erlaubt, auch bei Tempo 240 noch stabil in der Kurve zu liegen.

Filmkritiker sind Fachleute. Sie haben (meist) eine solide Ausbildung. Sie sind geschult in den Grundlagen des Filmhandwerks (Dramaturgie, Schnitt, Mise-en-scene, Dialoge, Filmmusik, etc.pp.) und verfügen darüber hinaus oft über weiteres Spezialwissen, wie z.B. eine gesunde Bildung in der Geschichtswissenschaft, was es ihnen ermöglicht, sich schnell in bestimmte Thematiken einzuarbeiten.

Insofern kann man von einem guten Filmkritiker auch verlangen, dass er einen Historienfilm vor dem tatsächlichen historischen Hintergrund versteht, und auch über die geisteswissenschaftlichen Debatten auf dem Laufenden ist, die rund um das historische Thema geführt werden. Denn jeder Film positioniert sich in einem gesellschaftlichen Diskurs und kann nicht einfach losgelöst von selbigem betrachtet werden.

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Kaylee



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BeitragVerfasst am: 21.04.2005, 14:06                                  +/-

Gut, die technischen Aspekte sind die eine Sache. Dabei sind Filme, Autos und zB Fotos sicherlich beurteilbar und dementsprechende auch vergleichbar. Andererseits kommt es bei Filmen und Fotos (nur mal als Beispiel) eben auch viel auf die Aussage, den Ausdruck und damit den Eindruck den sie bei dem Rezipienten hinterlassen an. Ein Foto kann einen ansprechen, obwohl ein Fachmann vielleicht meinen würde, 'Mensch, das ist doch total verwackelt' oder 'der Bildaufbau ist unprofessionell'.

Mich (als Fotograf) ärgern genauso Leute, die verschämt meinen, sie könnten zu einem Bild nichts sagen, weil sie ja gar keine Ahnung von Fotos/Bildern hätten. Andererseits kann ich bei mancher (Laien-)Begeisterung für einige Bilder dann auch nur den Kopf schütteln, weil ich sehe, auf welch simple Effekthascherei dort 'herein gefallen' wird. Ein gekonnt formulierter Betrachtungsbericht (Kritik hört sich immer so negativ an) kann mich dagegen neugierig auf Kunst (Filme, Fotos, Musik, Architektur… etc) machen, oder mir noch ganz neue Zugänge zu etwas schon Gesehenem öffnen.
Wenn ich mich darauf einlasse…

War das jetzt nicht ratzinghaft genug?? *zögerlichschau*


P.S.: dieser Beitrag entstand, ohne Thanils post gelesen zu haben… *gleichmalvorwegnehm*

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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 01.07.2005, 12:47                                  +/-

Rüdiger Suchsland

Ist es nur Zufall, dass ausgerechnet der erfolgreichste Regisseur der Welt, Steven Spielberg, noch nie eine Liebesgeschichte erzählt hat? Dass er über Frauen nicht viel zu berichten weiß, dass seine Erwachsenen immer große Jungen sind, die sich mit ihren Vätern versöhnen müssen oder gleich Kinder? Was unsere Populärkultur an Spielbergs Stoffen so fasziniert, das ist noch nicht wirklich gefragt worden - es könnte aber mit der Abwesenheit einer dem männlichen Helden ebenbürtigen Weiblichkeit, und insofern mit dem Verzicht auf den Zwang, erwachsen zu werden, zusammenhängen.


Das klingt überraschend einleuchtend beim Lesen. Von Elliot aus E.T. bis zum jungen Indiana Jones und dem Soldat Ryan. Alles kleine oder große Jungs und ohne die störenden ekligen Mädels die nicht mit ins Baumhaus dürfen. Erstaunlich wie Rüdiger in der Regisseursseele liest wie in einem offenen Buch. Wenn da nicht Steven Spielberg doch eine romantische Liebesgeschichte erzählt hätte ("Always") und seine Beschäftigung mit der "ebenbürtigen Weiblichkeit" mit "der Farbe Lila" immerhin elfmal mit dem Oscar nominiert wurde.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 01.07.2005, 12:54                                  +/-

In der Abstimmung über Rüdiger fehlt noch was... "selbtherrlicher Idiot".

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Arbrandir



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BeitragVerfasst am: 06.07.2005, 01:19                                  +/-

GuyIncognito
In der Abstimmung über Rüdiger fehlt noch was... "selbtherrlicher Idiot".




Spitze

...wahlweise auch "der Roger Willemsen des World Wide Web".


_________________
Life is hard. After all, it kills you.
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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 06.07.2005, 20:45                                  +/-

Rüdiger Suchsland beschwerte sich letzte Woche (wie fast alle seine Filmkritikerkollegen) über die schikanöse Pressevorführung von Paramount für "Krieg der Welten". Zum Beispiel, dass neben der Leinwand ein Mann sitzt und sie, also die Presse, per Infrarot beobachtet. Die Journalisten könnten ja sonstwas tun, z.B. mit ihrer Handycam heimlich den Film filmen oder bei Tom Cruise eine Erektion kriegen. Der unheilpraktiker polterte jetzt wohlfeil über Suchsland: Erstens hat das normale Kinopublikum auch keine Intimität im öffentlichen Kinosaal, zweitens sei die hehre Meinungsfreiheit und das Pochen auf die eigenen Persönlichkeitsrechte etwas hochgehängt und drittens sei der Vergleich eines Filmverleihs mit den Nazis doch etwas übertrieben.

Nun ja, bei meiner persönlichen Sympathievergabe punkten die Pressevertreter doch deutlich vor irgendwelchen Filmfabriken. Schade finde ich nur, dass sie sich die repressiven Vorschriften haben bieten lassen. Erst hingehen, alles mitmachen und dann meckern ist inkonsequent.

Aber eine nette Glosse der FAZ gabs:
"Die Filmkritiker sind bisher in "Pressevorführungen" abgeschottet, allein und verlassen im Dunkel gesessen. (Man stelle sich nur einmal schaudernd vor, man säße als Theaterkritiker mit vier oder fünf Kollegen allein im Zuschauerraum - man würde doch schwer depressiv.) Die Filmkritiker sollten jetzt also nicht jammern, sondern den Fabrikherren auf den Knien ihrer Pointen danken - dafür, daß diese die Filmkritik wieder dorthin bringen, wo sie einzig hingehört: ins Kino. Und vor allem unter Leute."

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 27.08.2005, 23:52                                  +/-

Ich liebe diesen Mann... Smilie

Zitat:
Unverständlich ist daher, wieso SIDEWAYS ein derart ausgezeichneter Ruf vorausgeht. Und die fünf Oscarnominierungen, die er vorige Woche erhielt - darunter einen als "bester Film" - kann man nur damit erklären, dass Hollywood ein künstlerisch lausiges Jahr hinter sich hat. Wer hier irgendetwas Überdurchschnittliches erwartet, wird enttäuscht sein: SIDEWAYS ist ein netter, ziemlich lahmarschiger und mäßig witziger, vor allem langweiliger Allerweltsfilm. Er verklärt das Selbstmitleid und die dumme Solidarität alternder Männer, und webt kräftig mit am Klischee, dass jeder Mann, sei er auch noch so hässlich, heruntergekommen und egoman, eine tolle Frau findet, die ihn rettet.


Spitze



Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 29.08.2005, 10:36, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 27.08.2005, 23:59                                  +/-

Zitat:
Wie schon EPISODE I vor zwei Jahren erzählt DER ANGRIFF DER KLONKRIEGER die Vorgeschichte der ursprünglichen Trilogie (...) Nicht nur weil McGregor allen, auch Natalie Portman, Christopher Lee oder Samuel L. Jackson als Schauspieler die Schau stiehlt, gehören seine Szenen zu den besten des Films. Mit einer Intensität, die man sonst vermißt, bilden sie das Zentrum eines Films, der in seinen besten Momenten an DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK erinnert. (...)

Dieser Annakin, der eigentlich sein Held sein sollte, ist die schlimmste, dümmste, peinlichste Figur des Films. Wer die STAR TREK-Fortsetzung kennt, wird sich an Wesley erinnern, den kosmischen Nerd. Annakin, der jungfrauengezeugte künftige Darth Vader ist ein pubertierender Langweiler, mit dem sich wohl auch die wenigsten Teenies identifizieren dürften. Das Böse als gefallener Engel, gescheiterter Mönch, überdies als ein rasend gewordenes Muttersöhnchen. Er ist der wahre Klon dieses Films..


Kann ich so alles unterschreiben. Meine Worte. Smilie Aber dann, der ganz böse Patzer:

Zitat:
..vor allem die Hauptstadt des Planeten Naboo, in deren Straßen unter anderem eine wahnwitzige Verfolgungsjagd stattfindet, erscheint als eine Mischung aus den Hochhauskulissen von METROPOLIS, BLADE RUNNER und 5thELEMENT...


Corouscant, Rüdi, Corouscant!! Was er sich danach wohl anhören durfte... Mit den Augen rollen Der Arme. Gerade diese Ignoranz gegenüber den Nerdwelten finde ich allerdings ganz sympathisch.



Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 29.08.2005, 10:36, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 28.08.2005, 00:04                                  +/-

Ocean's Eleven

Zitat:
Haben wir alles also schon viel zu oft gesehen. Und schlimmer noch: Besser. Gefällig und uninteressant erlebt man gute Handwerker bei der Arbeit. Nur: Wenn der Klempner da ist, schaut man ihm ja auch nicht zwei Sunden lang zu.
So verschenkt Soderbergh mehr als ein halbes Dutzend großartiger Schauspieler in eine bloße Film-Behauptung, die unter den Werken des Regisseurs gewiß das schlechteste ist. Natürlich hat auch ein hervorragender Regisseur das Recht, einmal einen durchschnittlichen Film zu drehen. Soderbergh hat es jetzt genutzt. Letztlich dominiert allerdings der Eindruck, dass er sich selbst auch nicht besonders für das Ganze interessiert hat. Schlampig inszeniert, mit Brüchen und unaufgelösten Nebengeschichten wird der ganze Film zu einem Fake. Am Ende hat Julia Roberts ein rosa Kleid an, und Soderbergh das größte Vergehen eines Filmemachers begangen: er hat gelangweilt.
Allerdings weiß ja jeder, der Las Vegas besucht, schon vorher: Am Ende gewinnt immer die Bank.


rolling on the floor...

Ich werde ihn heiraten!



Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 29.08.2005, 10:35, insgesamt einmal bearbeitet
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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 10:25                                  +/-

Lesenswerte Entgegnung Rüdigers auf Thomas Willmans Sin-City-Verriss (beide Texte untereinander). Erfreulicherweise zitiert Rüdiger nicht einfach seine auf Telepolis veröffentliche Jubelhymne, sondern schreibt eine interessante Abhandlung über das Problemfeld Literaturverfilmung, da kommt einem vieles vertraut vor:

Zitat:
Filme sind zunächst einmal Filme, und Bücher sind Bücher. Will sagen: auch wenn ein Film eine Literaturverfilmung ist, ist es wichtiger, was er als Film ist, und nicht, ob er eine adäquate Literaturverfilmung darstellt (was übrigens nicht das gleiche ist, wie eine Literaturverfilmung, die meiner Vorstellung entspricht).


Seine Telepolis-Kritik ist auf viel Unmut gestpoßen, und ich teile hier auch mal nicht seine Meinung, ich kann bei bestem Willen nicht all das in Sin City hineinlesen, was er dort sieht. Aber egal. Die beispiellose Arroganz, in der er hier schrieb, sorgte für viel Unmut, Rüdiger benutzte ja Sin City als Maßstab, um, wie er selber sagt, bei Kritikern "die Spreu vom Weizen zu trennen". Das ist natürlich lachhaft, geradezu größenwahnsinnig, denn er sagt damit nichts anderes, als das jeder, der den Film nicht mochte, ein schlechter Kritiker ist, er, Rüdi aber, die Speerspitze der deutschen Cineasten hmmmm

Andererseits schätze ich genau diesen Größenwahn an ihm, er schreibt mit Herzblut, ihm ist es wirklich wichtig, ob jemand einen Film mag oder nicht. Wahrscheinlich redet er mit Leuten, die seine Lieblingsfilme verreißen, nie mehr und beendet Beziehungen wegen Filmfragen. Er erinnert mich etwas an Hildegunst von Mythenmetz hähö Und vielleicht muss das so sein, er ist eben kein Mittelmaß, sondern ein Künstler der Filmkritik. Und wie jeder Künstler hat er eben so seine Macken und ist wahrscheinlich im realen Leben ein echtes Ekel. Aber das war Kubrick auch.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 10:55                                  +/-

Fanboy zwinkern
Du hast ja Recht. Diese ihm eigene, leicht schnoddrige Art, gepaart mit grenzenloser Begeisterung für den Film an sich, die hat irgendwie was Erfrischendes. Kann ihm häufig zustimmen, auch hier, bei Sin City wieder.

Aber sag mal, wolltest du ihm nicht eine Mail schreiben, um ihn hierher einzuladen? Oder nennst du ganz einfach so oft seinen Namen, bis er durch googeln irgendwann automatisch auf dieses Forum stößt, weil wir an erster Stelle geführt werden? Dann, so fürchte ich, wirst du dich etwas anstrengen müssen, denn bis jetzt wird sogar die Tolkien-Gesellschaft vor uns gelistet. Echt schlimm

Suchsland, Suchsland, Suchsland!

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 29.08.2005, 10:56                                  +/-

thanil.bernetar
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