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Der Werdegang der Menschheit
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 19:31                                  +/-

AdrianB
Das Verschwinden der menschlichen Körperbehaarung ist allerdings rein darwinistisch nicht zu erklären, wenn eine Abstammung von affenartigen Landtieren angenommen wird (durch Kombination von darwinscher und lamarckscher Theorie aber schon). Auch wenn Kleidung, Behausung usw. den Selektionsnachteil der "haarärmeren" Individuen aufgehoben haben, haben sie ihnen ja noch lange keinen Vorteil verschafft, der erklären könnte, warum die stark Behaarten nach und nach verschwunden sind.

Doch, das ist darwinistisch zu erklären. Wir hatten das Thema kürzlich im Mistviecher-Thread. Es gibt sogar eine recht populäre Theorie, derzufolge es evolutionär vorteilhaft war, das auf den langen Streifzügen durch die Savanne für eine bessere Kühlung sorgende Schwitzen zu entwickeln. Eine dichte Körperbeeharung wäre bei der Schweißproduktion hinderlich gewesen. Die Schweißdrüsen könnten sich aus ansonsten weitgehend funktionslosen Geruchsdrüsen entwickelt haben...

Interessanter ist doch die Frage, warum wir immer noch eine Restbehaarung besitzen. Gewalt ist keine Lösung

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 19:40                                  +/-

Ästhetik der Natur? Die Krone der Schöpfung kann doch nicht aussehen wie ein Nacktmull.


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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 19:45                                  +/-

Das hieße ja, dass die "Haarträger" nach und nach durch Parasiten ausgerottet worden oder aber an Überhitzung gestorben wären, bevor sie ausreichend Nachkommen zeugen konnten. Möglich, aber mE nicht unbedingt wahrscheinlich.
Letztlich müssen Antworten auf derartige Fragen natürlich immer bis zu einem gewissen Grade spekulativ bleiben, weil es ja nur eine recht spärliche empirische Basis gibt.
Hier zeigt sich auch ein grundsätzliches wissenschaftstheoretisches Problem insbesondere der neueren Soziobiologie, aber eigentlich auch des Darwinismus allgemein: Dass irgend eine erbliche Disposition (körperliche Merkmale, Verhalten usw.) noch heute existiert, heißt nicht etwa zwangsläufig, dass sie ihren Trägern evolutionäre Fitness verschafft hat und dass diejenigen, die die entsprechenden Gene nicht aufwiesen, durch den Mangel an dieser Fitness ausgestorben sind, sondern es ist genauso möglich, dass es gar keine "konkurrierenden" Geno- und Phänotypen gegeben hat und dass der rezente Phänotyp seinen Trägern das Überleben und Fortpflanzen lediglich nicht unmöglich gemacht hat. Da dies im Nachhinein nicht entscheidbar ist, sind bes. die soziobiologischen Theorien nicht falsifizierbar und streng genommen pseudowissenschaftlich.

Gepostet am 09.08.2006, 19:51:

Selbst wenn aber zB die von Helcaraxe angeführte Theorie zuträfe, folgte daraus (siehe mein obiger Beetrag) nicht, dass ein völliges Verschwinden der Körperbehaarung "anzunehmen" bzw. wahrscheinlich wäre; sie müsste ja nur soweit zurückgehen, dass sie keinen Fitnessnachteil ggü. den "Haarlosen" mehr darstellt, und an etwas Schweiß, der durch 3-4 Haare verstärkt wird, stirbt man nicht.

Gepostet am 09.08.2006, 19:54:

Glaurung: Es gibt keine Krone der Schöpfung, bzw. aus darwinscher Perspektive ist jedes rezente Lebewesen die Krone der Schöpfung (in 1 000 000 Jahren dann jedes dann noch rezente). Yes

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Tyler Durden
Administrator


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BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 21:16                                  +/-

Meine Parasitentheorie finde ich schon überzeugend. Klar, heute duscht man sich regelmäßig, wäscht seine Kleidung, genießt die Errungenschaften der Hygiene. Hab mal etwas bei Wikipedia gestöbert:


Die Kleiderlaus: Pediculus humanus humanus

Sechs Läusearten haben sich auf den Menschen spezialisiert. Und sie übertragen fiese Krankheiten, darunter Flecktyphus, früher kam es immer wieder zu regelrechten Epidemien vor allem in Not/Kriegszeiten. Heute sind sie vor allem in den kühleren Gebieten Afrikas, Südamerikas und Asiens verbreitet. Kennzeichnend für diese Krankheiten sind vor allem starke Fieberschübe.

Ah ja... *weiterles*... Napoleons Truppen starben auf dem Rückzug von Russland nicht an Kälte oder Hunger, sondern an Fleckfieber verursacht durch Läusebefall da sie permanent dieselbe Kleidung trugen. Ziemlich schlecht, wenn man sich nicht seines Fells entledigen kann.

Ich finde gerade nichts darüber, ob der Homo Erectus stark behaart war. Wenn ja, würde das gegen die Schweiß-These sprechen, weil das ja gerade mal bis vor 200.000 Jahren war.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 01:29                                  +/-

Also das mit dem Schwitzen ist schon überzeugend. Wer mehr schwitzt und dadurch längere Strecken in der Hitze traben kann, hat einen Vorteil bei der Nahrungssuche als Jäger, Sammler und Aasfresser gegenüber Ganzkörperbehaarten. Versteh nicht, was daran so unglaubwürdig wäre.

Die Kopfbehaarung schützt das Gehirn vor Hitze und Kälte, die Achselhaare dienen der Duftstoffabsonderung, Augenbrauen schützen die Augen vor Schweiß und die Schambehaarung schützt empfindliche Teile vor mechanischer Belastung, die Rest-Körperbehaarung (Brust-, Beinhaare ect.), soweit vorhanden, stört nicht und verschwand deshalb auch nie völlig.

Adrians langatmige Erläuterungen sind zwar im Kern richtig, gehen hier aber am Thema vorbei. Sie treffen eher auf Randerscheinungen zu, wie rote Haare oder Linkshändertum, die es immer noch gibt, weil sie keinen Nachteil bringen. Aber da alle Affen behaart und alle Menschen weitgehend nackt sind, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass die doch massive genetische Veränderung "Nacktheit" Vorteile brachte, als dass sie existiert, weil sie "nicht störte".


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Zuletzt bearbeitet von Nichtraucher am 10.08.2006, 01:45, insgesamt einmal bearbeitet
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Schalk



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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 01:44                                  +/-

Wobei rote Haare durchaus ein Vorteil bei Partnerwahl und somit Erbguterhalt sein können. *knicknack*


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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 09:54                                  +/-

Das kann ich bestätigen *knicknack*

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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 10:40                                  +/-

NR: Was ich hier meinte, war folgendes: Um sich evolutionär zu erhalten, muss eine vererbbare Disposition ihrem Träger nicht unbedingt einen Vorteil verschaffen, sie darf ihn nur nicht überlebens- und fortpflanzungsunfähig machen. Mag sein, dass es für Haarlose bzw. -arme nicht so unangenehm ist, viel zu schwitzen, aber eine größere "Fitness" ergibt sich ja nur, wenn das für die "Haarträger" nicht nur unangenehmer, sondern langfristig häufiger tödlich ist oder die Fortpflanzung verhindert. Das kommt mir, wie gesagt, zwar möglich, aber nicht gerade wahrscheinlich vor, zumal die heutigen Affen ja auch schwitzen, von Parasiten befallen werden etc.

Mein eigentlicher Punkt war: Die "Identifizierung" bestimmter rezenter erblicher Eigenschaften als "fitnessfördernd" klingt mir häufig allzu sehr nach einer petitio principii. Besonders in Eckart Volands "Grundriß der Soziobiologie" ist mir aufgefallen, dass oft einfach irgend etwas behauptet wird, das plausibel erscheint, aber eben auch ganz anders sein könnte und vor allem (da liegt mE der pseudowissenschaftliche Zug) nicht an der Empirie falsifizierbar ist.

Edit: Habe einige Tippfehler korrigiert.



Zuletzt bearbeitet von Adrian am 10.08.2006, 12:56, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 10:52                                  +/-

Ich hab da letztens eine Doku drüber gesehen: Viecher mit Fell haben eine geringere Ausdauer als Viecher ohne Fell mit Schweißdrüsen (=wir). Der moderne Mensch ist ein Ausdauertier. Es gibt glaube ich überhaupt kein anderes Tier, das so lange rennen kann wie der Mensch, und zwar in allen möglichen Klimazonen. Gegen uns verblasst in diesem Punkt wirklich JEDES ANDER VIEH DER ERDE. Daher kann einer Gruppe von menschlichen Jägern theoretisch auch keine Beute entkommen. Wir sind zwar im Vergleich zu anderen Tieren langsam, aber dafür können sie uns niemals abhängen. Wir hetzen und jagen sie, bis sie zusammenbrechen, und dann jagen wir weiter.

Ich meine allein schon die Tatsache des Marathonlaufes (und es gibt ja durchaus "normale" Menschen, die nach einem Marathon direkt einen zweiten machen): da kann kein Tier mithalten.

Die Nacktheit des Menschen in Kombination mit den Schweißdrüsen und diversen anderen körperlichen Merkmalen sind ein extremer Evolutionsvorteil.

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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 10:54                                  +/-

Hm? Der Mensch soll das ausdauerndste Tier sein? Nie im Leben. Geschockt

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:08                                  +/-

Yes Zumindest unter den Landsäugetieren. Ich will jetzt mal Ameisen, Sprengkäfer und Buckelwale außen vor lassen. Das ist nicht vergleichbar.

Wikipedia über Hominisation
Eine weitere biologische Anpassung war das Schwitzen am gesamten Körper. Die ersten Primaten regulierten ihre Körpertemperatur vermutlich wie andere Säugetiere über die Atmung, was den Umfang der Wärmeabfuhr stark einschränkte. Kein anderer Primat verfügt über eine so hohe Dichte an Schweisdrüsen wie der Mensch. Er nutzte nun zur Wärmeabfuhr den ganzen Körper und wurde damit in Punkto Ausdauer und Anpassungsfähigkeit den meisten Tieren überlegen. Außerdem ermöglichte das Schwitzen, auch unter großer Hitze oder Anstrengung, die Kommunikationsfähigkeit über die Sprache zu erhalten. Wirklich effektiv war die Fähigkeit zu schwitzen jedoch nur, wenn kein Fell die Luftzirkulation behinderte. In der Folge wurde der Mensch also weitgehend unbehaart. Eigentlich ist es effektiver, ein kurzes Fell wie das eines Löwens zu tragen. Wärmeabsorbtion und UV-Schädigung sind weitaus höher auf nackter Haut. Jedoch war wohl der Selektionsdruck so stark, dass die Vorteile durch die Kühlung alle Nachteile aufwog. Später entwickelte der Mensch als Ersatz schützende Kleidung, die ihm das Überleben in kälteren Regionen ermöglichte.

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Bard
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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:16                                  +/-

Tyler Durden
@Bard
Wurde doch schon gesagt: Weil die Aborigines kurz nach der Menschwerdung nach Australien wanderten, möglicherweise von Indien aus, und es danach keinen Kontakt mehr mit anderen gab. Die Melanesier, die indigene Bevölkerung von Papua-Neuginea, sind ähnlich alt, haben auch eine gewisse Ähnlichkeit, aber Kultur und Sprache haben keinerlei Verbindung. Die Ursprünge der Polynesier dagegen, die Einwohner von Hawaii und Neuseeland, liegen im Dunkeln. Nach einer Theorie des Archäologen Peter Bellwood kamen sie 1500 v. Chr als Seefahrer aus Taiwan. Thor Heyerdahl hat mit seiner Kon Tiki Expedition gezeigt, dass eine Besiedelung auch von Südamerika möglich gewesen wäre. Die meisten Forscher nehmen ein Seefahrervolk vor 6000 Jahren an, die Austronesier, ebenfalls aus Taiwan. Da darf man übrigens nicht an Chinesen denken, die wanderten nämlich erst im 16 Jhd groß nach Taiwan ein und die Ureinwohner stellen mitlerweile nur noch 2% der Bevölkerung.
]


Ah. Ich hatte die Aborigines in Anlehnung an den Eröffnungsbeitrag als Bestandteil dieser ominösen Südgruppe im Kopf, zu der ja angeblich aucn die Südostasiaten zählen. Während sich die Aborigines also in ihrer Isolation und Abgeschiedenheit äußerlich so entwickelt haben (oder noch immer das Erscheinungsbild der frühen Einwanderer widerspiegeln), hat sich das doch stark abweichende Äußere von z.B. heutigen Vietnamesen oder Thailändern durch die beständige Vermischung mit Nordasiaten ergeben?


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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:19                                  +/-

Hm, dös kommt mir spanisch vor, "mein" Hund hängt auch meinen Fußball spielenden Bruder auch im Ausdauerlauf locker ab.

Aber man beachte vor allem: "Die ersten Primaten regulierten ihre Körpertemperatur vermutlich", "jedoch war wohl der Selektionsdruck so stark" etc. Vgl. oben.

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parasite



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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:26                                  +/-

Galgos sind sicher noch ausdauernder als der Mensch.

Wusstet ihr, dass auf Tasmanien eine von Australien vollkommen abgeschnittene menschliche Population lebte? Die Aboriginies besiedelten Tasmanien vor ca. 30000 Jahren und als dann nach einem Anstieg des Meeresspiegels die Landbrücke nach Australien getrennt wurde und keine ozeantaugliche Schifffahrt vorhanden war, entwickelten sich die Tasmanier getrennt von den Australiern.


Truganini, die letzte Tasmanierin. Aufnahme aus der Mitte des 19. Jahrhunderts

Interessant ist, dass die Tasmanier anfangs Kenntnisse von Kleidungsherstellung durch Nähen mit kleinen Knochen, von Feuerherstellung, von Fischerei und von anderen Werkzeugen aus Australien mitbrachten, diese Kulturleistungen gingen im Laufe der Jahrtausende allerdings allesamt verloren, sodass die europäischen Entdeckern im 19 Jahrhundert von einer geringen, überdauerten Anzahl (etwa 5000 waren es noch) vorsteinzeitlich anmutender Wilder empfangen wurden.
Das Beispiel Tasmanien zeigt recht deutlich, dass wichtige kulturelle Überlebensstrategien auch verlorengehen, obwohl sie einen echten Vorteil für die Tasmanier geboten hätten, da dass Klima noch um einiges rauer ist, als auf Australien. Vermutlich muss es eine gewisse, minimale Bevölkerungsgröße und einen Austauch und/oder Konkurrenzkampf mit anderen Stämmen geben, damit sich Kulturleistungen durchsetzen, verbreiten und auch über die Generationen weitergegeben werden.

Nachdem die Europäer da waren, hatten die Tasmanier natürlich schlechte Karten und wurden brutal unterworfen. 1876 starb die letzte reinrassige Tasmanierin.

Wikilink und anderer link dazu.

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Jule



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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:29                                  +/-

parasite
Galgos sind sicher noch ausdauernder als der Mensch.


Yes

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 11:30                                  +/-

AdrianB
Hm, dös kommt mir spanisch vor, "mein" Hund hängt auch meinen Fußball spielenden Bruder auch im Ausdauerlauf locker ab.

Und meinst du das Vieh würde auch 45 Kilometer im Dauerlauf schaffen? Probier es doch mal aus, indem du so mit 10 bis 12 km/h mit dem Fahrrad neben dem Vieh herfährst...

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Glaurung



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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 12:01                                  +/-

Pferde, Zugvögel, Straußen etc pp... der Mensch ist mit Sicherheit nicht mal in den Top 100 der ausdauernsten Spezies. Es gibt viele Tiere, die eigentlich ununterbrochen in Bewegung sind.
Und die ausdauernsten Menschen (Typ kenianischer Marathonläufer) bestehen ja nur aus Herz und Lunge und könnten kaum einen Speer anheben oder sonst eine Waffe gescheit benutzen.


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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 12:14                                  +/-

Wölfe und Schakale sind wie der Mensch eben auch Hetzjäger und dürften zu den wenigen Tieren gehören, die beim Menschen in punkto Ausdauer mithalten können. Aber es stimmt schon, jeder gesunde Erwachsene kann mit etwas Training einen Marathon laufen, und manche Freaks laufen Spartakiaden (245 km quer durch die Peleponnis) und machen Triple-Triathlons und sowas.

Ausdauer ist unsere Stärke, ihr wurde alles andere geopfert, Fell, Klauen, Zähne, Muskelkraft. Unsere Füße haben sich seit den Voraffen viel stärker weiterentwickelt als unsere Hände. Der menschliche Fuß mit seiner Fähigkeit zum Abrollen und seiner dicken Sohle ist ein Unikat, kein Affe hat sowas. Dafür verlor er die nützliche Greiffähigkeit und erschwert das Klettern, da muss die neu gewonnene Ausdauer schon ein echter Vorteil gewesen sein.

@Adrian: Es reicht ja, wenn ein neues Merkmal einen minimalen Vorteil bringt. Fellträger müssen nicht tot umfallen, es reicht, wenn sie etwas schlechter an Nahrung kamen, etwas langsamer waren, etwas schneller müde wurden. Es reicht, wenn haarlose Stämme 3 Kinder pro Paar durchbrachten und behaarte zwei. Nach ein paar Millionen Jahren würden sich die Haarlosen dabei durchsetzen und die Behaarten aus ihrem Lebensraum verdrängen, wie es wahrscheinlich passiert ist. Man muss ja immer die enormen Zeitspannen berücksichtigen. Wahrscheinlich haben Frühmenschengruppen mit höchst unterschiedlicher Behaarung Millionen Jahre nebeneinander her gelebt. Klimaverschlechterung, Trockenheit, Nahrungsmangel und der Zwang, immer weitere Strecken zurückzulegen brachten dann irgendwann die Entscheidung.

Gepostet am 10.08.2006, 12:18:

Glaurung
Pferde, Zugvögel, Straußen etc pp... der Mensch ist mit Sicherheit nicht mal in den Top 100 der ausdauernsten Spezies. Es gibt viele Tiere, die eigentlich ununterbrochen in Bewegung sind.

Also bei Pferden ist es bewiesen, dass Menschen audauernder sind. Ist schwer vorzustellen, aber man hat Rennpferde gegen Marathonläufer im Kreis laufen lassen und die Pferde konnten irgendwann nicht mehr. Es sind Fluchttiere und auf kurze Strecken schnell, sie müssen nicht lange rennen können, es bringt ihnen nichts.

Zugvögel und Strauße sind eine Sparte für sich, thanil sprach ja von Landsäugetieren.

Gepostet am 10.08.2006, 12:24:

Glaurung
Und die ausdauernsten Menschen (Typ kenianischer Marathonläufer) bestehen ja nur aus Herz und Lunge und könnten kaum einen Speer anheben oder sonst eine Waffe gescheit benutzen.

Genauso wurde angeblich gejagt im Afrika der frühen Hominiden: man hetzte das Wild, bis es umfiel, dann wurde es mit Faustkeilen getötet und zerteilt. Die frühen Jäger hatten tatsächlich keine schweren Waffen dabei. In der offenen Savanne ging das, in unübersichtlicheren Gegenden fing man dann an, das Auflauern und den Überaschungsangrif mit Speer und Bogen zu entwickeln. Aber als Mensch kann man tatsächlich Wild waffenlos zur Strecke bringen, man muss halt trainiert sein wie Sau und im Rudel jagen, um es in die gewünschte Richtung (offenes Feld) zu treiben.


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Schalk



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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 12:30                                  +/-

Glaurung
Und die ausdauernsten Menschen (Typ kenianischer Marathonläufer) bestehen ja nur aus Herz und Lunge und könnten kaum einen Speer anheben oder sonst eine Waffe gescheit benutzen.


Speer und Bogen sind die Waffen die die kenianischen nur Herz und Lunge Marathonläufer traditionell zur Jagd benutzten. zwinkern
Ihre Physiognomie hat sich dort warscheinlich an die Lebensgewohnheiten angepasst. Hier sieht man auch wie Fell zum Zweck des Sonnenschutzes unnötig werden kann, wenn sich die Haut durch stärkere Pigmentierung vor Sonneneinstrahlung schützt. Weitere Vorteile, wie Isolationen und Schutz vor Verletzungen werden Aufgrund von Lebensraum und Lebensweise marginal.
Wenn durch Ausdehnung des Ozonlochs ganz Europa verbruzelt und an Hautkrebs zugrunde geht, werden Afrikaner gemütlich in der Savanne hocken und sich über einen wunderschönen Sonnenuntergang freuen.


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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 12:53                                  +/-

Nichtraucher: Wie gesagt, natürlich KANN es so gewesen sein, muss aber nicht. Es ist genauso möglich, dass die Haare einfach durch irgendwelche wie auch immer bedingten genetischen Mutationen bei allen/vielen Frühmenschen in recht kurzer Zeit (vielleicht einige 1000 Jahre) verschwunden sind (und nicht nur bei einigen, die sich durch diesen Selektionsvorteil dann allmählich besser reproduzieren konnten und damit zahlreicher wurden, was mir auch langfristig nicht gerade zwingend erscheint, nur weil diesen das Laufen wahrscheinlich etwas weniger unangenehm war), es also gar keinen konkurrierenden Phänotyp gegeben hat, oder dass die Selektion gar nichts mit den Haaren zu tun hatte, sondern mit irgendwelchen anderen Merkmalen, die die Haarlosen den Haarträgern voraus hatten, etc. Empirisch kann man das nicht wirklich überprüfen.
Wie gesagt, solche Theorien mögen plausibel sein, aber man muss sich immer ihrer Spekulativität bewusst bleiben (während eine "eigentliche" wissenschaftliche Theorie an der Erfahrung widerlegbar sein muss). Allerdings trifft das auf die meisten sozialwissenschaftlichen Theorien auch zu.

Edit: Man muss natürlich auch immer berücksichtigen, dass Merkmal A in Umwelt A` vorteilhaft, in Umwelt B`dann aber nachteilhaft sein kann. Theoretisch müsste doch in der letzten Eiszeit wieder ein Selektionsdruck zugunsten der Haarträger entstanden sein, trotz Fellen, Höhlen usw. ?
Wenn es aber nun mal (warum auch immer) keine Haarträger gab und die Haararmen/losen dennoch überleben konnten, wurden die Menschen auch nicht wieder behaarter.
Genauso ist natürlich möglich, dass die Haarträger aus anderen Gründen doch immer noch im Nachteil waren.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 13:19                                  +/-

Sind wir heute aber mal spitzfindig? Natürlich kann es so gewesen sein, muss aber nicht. Es ist eben die momentan wahrscheinlichste Theorie, weil sie am Einleuchtendsten ist und am wenigsten weitere Annahmen verlangt. Hat was mit "Ockham's Razor" zu tun:

"Ockhams Rasiermesser bezeichnet das Sparsamkeitsprinzip in der Wissenschaft. Es besagt, dass von mehreren Theorien, die den gleichen Sachverhalt erklären, die einfachste zu bevorzugen ist."

Neue Erkenntnisse können das auch wieder anders aussehen lassen, klar.

EDIT: Man muss das doch im Kontext sehen: die Frühmenschen haben sich körperlich zu Langstreckenläufern entwickelt, was Affen nicht sind, die Füße mutierten, der aufrechte Gang kam hinzu, unsere Augen sind auf die Entfernung weit schärfer als die der Affen, in allen Punkten ist eine Veränderung hin zum Läufer zu sehen. Das gleichzeitige Verschwinden des Fells brachte hier Vorteile, und soll jetzt aber nichts damit zu tun haben? Das ist unwahrscheinlicher, als dass es Teil dieser Anpassung an den Lebensraum Savanne war, Teil der Mutation weg vom Waldbewohner Affe hin zum Savannendurchstreifer Frühmensch.

Es ging auch nicht darum, dass Laufen "etwas weniger unangenehm" war, sondern dass das verbesserte Durchhaltevermögen den kleinen, aber entscheidenden Vorteil bei der Nahrungsbeschaffung brachte. Wenn eine Horde von Sammlern, Jägern und Aasfressern (wahrscheinlich eine wichtig Nahrungsquelle der Frühmenschen) an einem Tag ein größeres Gebiet durchstreifen kann als die Nachbargruppe, ist das einfach ein Vorteil, der nicht zu verachten ist. Werden die Zeiten hart und das Nahrungsangebot dürftig, kann dieser Vorteil den Unterschied machen zwischen Verhungern und Durchkommen.

Und als die Menschen in kühlere Zonen wanderten, waren sie bereits geistig in der Lage, sich Kleidung zu schneidern, was schneller geht als zu mutieren, und so war die Nacktheit kein Nachteil mehr und war keinem neuen Selektionsdruck ausgesetzt. Wären sie zu dumm dafür gewesen, noch auf dem Stand von Affen, hätten sich in den nördlichen Gruppen sicher wieder die Behaarten durchgesetzt.


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Adrian
Die Zahnfee


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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 13:31                                  +/-

Naja, wie gesagt, auch MIT Kleidung usw. dürften die Behaarten noch einen gewissen Vorteil gehabt haben (wenn es sie noch gegeben hätte), wenn die Durchschnittstemperatur im Winter (das war ja in Europa damals der Fall) um -20 Gräten gelegen hat.

Wie gesagt, die Schweißtheorie mag allen anderen letztlich überlegen sein, aber sie erfüllt damit noch keineswegs ALLE Anforderungen, die an eine wissenschaftliche Theorie zu stellen sind; besonders fehlt, wie gesagt, die Falsifizierbarkeit.
Eine wissenschaftliche Theoríe muss nicht nur logisch stringent, zur bisherigen Empirie passend, konkurrierenden Theorien überlegen sein und das Sparsamkeitsprinzip (Ockhams Rasiermesser) einhalten, sondern auch an der Empirie falsifizierbar sein. Das ist in erster Linie der Punkt, an dem es hier mangelt, und dadurch entsteht eben die Spekulativität, solange es noch andere Möglichkeiten gibt.
Wobei das, wie gesagt, auch auf viele sozialwissenschaftliche Theorien zutrifft.

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