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Denglisch und Engrish
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Morgi



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BeitragVerfasst am: 03.09.2006, 22:16                                  +/-

Gerade habe ich auf Phoenix eine Doku über Anti-Denglischaktivisten gesehen. Bah, ich könnte kotzen, wenn ich diese deutschtümelnden, beschränkten, CDU-wählenden Idioten sehe.

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#18



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 00:54                                  +/-

Union r0xx0rt.


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 09:37                                  +/-

Um die überflüssige Verwendung von Anglizismen zu kritisieren, muss man noch kein Unionswähler sein, erst recht kein tümelnder, dazu genügt bereits ein wenig gesunder Menschenverstand. Trotzdem ist das Unterfangen des VDS natürlich irr: Institutionelle Reglementierung von Sprache. Das wird wohl nicht klappen.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 10:59                                  +/-

Es gibt keine "überflüssige" Verwendung von Anglizismen - für mich ist die Benutzung eines englischen Wortes nicht weniger gut als die Verwendung eines deutschen Wortes. Und wie ich schon oft schrieb: Die starke Durchdringung mit fremden Wörtern zeigt, dass eine Sprache noch lebt.

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Zarathustra



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 11:11                                  +/-

Die Integration eines fremdsprachigen Wortes in die eigene Sprache ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: oftmals beschreibt das Wort ja einen Zustand oder Sachverhalt, den man mit eigenen Worten nur umständlich vermitteln könnte. Das heißt aber nicht, daß jede Verwendung von Fremdwörtern gut ist, und nicht jede Verwendung zeugt von der Lebendig-und Offenheit der Muttersprache. Gerade englische Worte werden oftmals falsch angewendet, oder schlicht zu häufig. Ja, Morgoth, es gibt eine überflüssige Anwendung von Anglizismen.
Mir fällt gerade nur eine Lidl-Werbung für body bags ein. Aber da gibt es genug Beispiele, die dich natürlich alle nicht überzeugen werden.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 11:17                                  +/-

Es gibt für mich in der Sprache kein gut und schlecht. Es gibt gelungene und weniger gelungene Sätze und Texte, aber keine guten und schlechten, richtigen oder falschen Worte. Übrigens ist das Deutsche bspw. mindestens genau so stark von nach deiner Auffassung wohl überflüssigen französischen Wörtern durchdrungen. Warum "Restaurant" statt "Gaststätte" sagen? Warum "Rendezvous" statt "Verabredung"? Warum "Portemonnaie" statt "Geldbörse"? Warum "Trottoir" statt "Bürgersteig"?
Mich stört nichts daran, wenn eine Sprache zahlreiche gleichberechtigte Begriffe zur Bezeichnung derselben Sache hat. Im Gegenteil, das macht sie lebendiger und vielfältiger.

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Zarathustra



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 11:24                                  +/-

Zitat:
Mich stört nichts daran, wenn eine Sprache zahlreiche gleichberechtigte Begriffe zur Bezeichnung derselben Sache hat. Im Gegenteil, das macht sie lebendiger und vielfältiger.


Wo habe ich gesagt, daß ich solche Dinge überflüssig finde? Mein Beispiel geht doch in eine etwas andere Richtung, findest du nicht? Body bag ist eine falsche Bezeichnung, wenn man damit einen Rucksack bewerben will.
Restaurant ist keine falsche Bezeichnung, sondern ein Synonym für Gaststätte, es bereichert die Sprache insofern als es eine andere Stileben darstellt und andere Konnotationen (Oh nein! Ein Fremdwort von mir, der Fremdworthasserin!) weckt. Fremdworte an sich sind toll und aus keiner Sprache weg zu denken. Auch die Nase und das Fenster sind Fremdwörter, aber darum geht es doch gar nicht.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 11:29                                  +/-

Aber diese falsche Verwendung ist doch die Ausnahme, die meisten Anglizismen bezeichnen schon das Richtige. Übrigens, "body bag" finde ich nicht übel, das heißt doch eigentlich Leichensack? Spitze
Und selbst wenn ein Wort falsch gebraucht wird, sehe ich es wieder legitimiert, sobald es in Deutschland wieder eine Sache bezeichnet, die allgemein darunter verstanden wird. Wenn alle Deutschen sich darauf verständigen würden, in deutschsprachigen Texten unter einem "book" einen "Hund" zu verstehen, würde mich daran nichts stören.

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#18



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 12:22                                  +/-

Morgoth
Es gibt für mich in der Sprache kein gut und schlecht. Es gibt gelungene und weniger gelungene Sätze und Texte, aber keine guten und schlechten, richtigen oder falschen Worte. Übrigens ist das Deutsche bspw. mindestens genau so stark von nach deiner Auffassung wohl überflüssigen französischen Wörtern durchdrungen. Warum "Restaurant" statt "Gaststätte" sagen? Warum "Rendezvous" statt "Verabredung"? Warum "Portemonnaie" statt "Geldbörse"? Warum "Trottoir" statt "Bürgersteig"?


Naja, die franzmännischen Wörter kamen mit den Hugenotten und Napoleon, und wurden nicht aus vermarktungstechnischen Gründen eingeführt. Z.B. Dusche kommt ja eigentlich auch aus dem Linksrheinischen (Douche).
Ausserdem schreibt man Portemonnaie jetzt Portmonee Yes .

Zitat:
Wenn alle Deutschen sich darauf verständigen würden, in deutschsprachigen Texten unter einem "book" einen "Hund" zu verstehen, würde mich daran nichts stören.


Klar, Oberanti Morgi findet sich mit gesellschaftlichen Standards ab. Hast du heimlich geschnapselt?


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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 12:53                                  +/-

Morgoth
Es gibt keine "überflüssige" Verwendung von Anglizismen

Du musst wahrhaftig blind sein, dafür gibt es unzählige Beispiele. Etwa überall dort, wo man statt eines englischen Begriffes ebenso gut den deutschen verwenden könnte. Warum muss ein Infostand der Bahn "Service Point" heißen? Und was ist eigentlich ein "Assessment-Center"? Solche Anglizismen (und gerne auch der völlig verhunzte body bag *LOL!*) dienen nicht der sprachlichen Klärung, sondern sind eine einzige Kommunikationsvernichtungsmaschinerie. Man kann das gar nicht oft genug sagen. Es soll auch noch Leute geben, die des Englischen nicht mächtig sind, was ist eigentlich mit denen?
Jedenfalls: Wer mit Denglisch oder Anglizismen nur um sich wirft, der will sich profilieren, mehr steckt da nicht dahinter. Diese Sprachpanscherei klingt halt in vielen Ohren weltzugewandt und dynamisch, obwohl sie es eigentlich nicht dürfte. In meinen Augen einfach nur lächerlich. Paradebeispiel "Handy": Der Begriff ist ein reines Kunstwort, dazu gibt es nicht einmal mehr eine englische Entsprechung.
Daneben ist das, was du als Ausnahme bezeichnet, heute beleibe keine mehr, denn Denglisch und Anglizismen-Wahn begegnen einem überall, sei es in den Medien oder der Werbung oder eben am Berliner Hauptbahnhof. zwinkern Dies nicht zu kritisieren, hieße, dass einem die eigene Sprache scheißegal ist. Gut, der Meinung kann man natürlich sein, aber es soll dann niemand erwarten, dass er damit auch noch ernstgenommen wird.

Morgoth
Es gibt für mich in der Sprache kein gut und schlecht. Es gibt gelungene und weniger gelungene Sätze und Texte, aber keine guten und schlechten, richtigen oder falschen Worte. Übrigens ist das Deutsche bspw. mindestens genau so stark von nach deiner Auffassung wohl überflüssigen französischen Wörtern durchdrungen. Warum "Restaurant" statt "Gaststätte" sagen? Warum "Rendezvous" statt "Verabredung"? Warum "Portemonnaie" statt "Geldbörse"? Warum "Trottoir" statt "Bürgersteig"?
Mich stört nichts daran, wenn eine Sprache zahlreiche gleichberechtigte Begriffe zur Bezeichnung derselben Sache hat. Im Gegenteil, das macht sie lebendiger und vielfältiger.

Wie Nimmermeer wieder einmal sehr richtig feststellte, liegt hier keine Bereicherung der Sprache vor. Das Denglische – also nicht die englische Sprache an sich, sondern die hässliche Mischform – ist nicht die neue lingua franca des 21. Jahrhunderts. Sie erfüllt überhaupt keinen Zweck, außer dem einen, den Benutzer 'trendy' und international wirken zu lassen. Dein Vergleich ist hier nicht zulässig: Als diese Wörter in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, hat sich überhaupt nur ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bevölkerung des Französischen bedient, die Eliten der Gesellschaft wenn man so will. Heute verhält es sich genau umgekehrt, die derzeitige Entwicklung hat eine völlig andere Qualität.

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Psycho Dad
Sultan der Rhetorik


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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 12:59                                  +/-

Helcaraxe
Und was ist eigentlich ein "Assessment-Center"?


Ein Personalauswahlverfahren. Und wer hats erfunden? Die Reichswehr natürlich.


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„Hm, ich hätte Appetit auf generell asiatisch.“
(Tyler D.)
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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 13:02                                  +/-

Das war eine rhetorische Frage, aber trotzdem danke. zwinkern

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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 13:44                                  +/-

Morgoth
Übrigens ist das Deutsche bspw. mindestens genau so stark von nach deiner Auffassung wohl überflüssigen französischen Wörtern durchdrungen.

Hmmm. Da wäre ich mir nicht so sicher. Das sollte man erstmal nachprüfen. Also es wurde natürlich schon nachgeprüft und ich habe entsprechende wissenschaftliche Texte letztes Semester gelesen…aber ich habe es alles wieder vergessen. Echt schlimm Ich werde es demnächst nachlesen. Nur als kleiner unwissenschaftlicher Anhaltspunkt: Wikipedia listet ca. 900 Anglizismen und optisch geschätzt (ich bin zu faul sie zu zählen) weniger Gallizismen auf. (Bisher wusste ich nicht mal, dass es "Gallizismus" heißt.)


Zitat:
Warum "Rendezvous" statt "Verabredung"?

Kaum jemand sagt noch "Rendezvous", denn inzwischen heißt es "Date". Ebenso wie man eher "Boss" als "Chef" sagt etc.


Helcaraxe
Paradebeispiel "Handy": Der Begriff ist ein reines Kunstwort, dazu gibt es nicht einmal mehr eine englische Entsprechung.

Heißt das englische "handy" nicht auf deutsch "handlich" oder "praktisch"? So unpassend finde ich das garnicht. Weitere Scheinanglizismen finden sich hier. Ich muss sagen, dass mir dieser Anglizismus-Fetisch der Bahn auch sehr nervt.

Und dann gibt es ja auch noch die Internationalismen. Worte, die in verschiedenen (auch nicht miteinander verwandten) Sprachen für die gleiche oder ähnliche Bedeutung benutzt werden. *geradeeinfall*

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:06                                  +/-

Aber es macht doch nur Sinn, gegen etwas zu protestieren, wenn es negative Auswirkungen hat. Welche schädlichen Folgen hat denn die Verwendung englischer Begriffe im Deutschen? Ich verstehe es wirklich nicht.
Abgesehen davon, dass ich mir sicher bin, dass nahezu alle aus dem Lateinischen abgeleiteten Fremdwörter von mindestens doppelt so vielen Menschen nicht verstanden werden wie die meisten Anglizismen, ohne, dass sich jemand darüber aufregt.

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Zarathustra



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:09                                  +/-

Morgoth
Aber es macht doch nur Sinn, gegen etwas zu protestieren, wenn es negative Auswirkungen hat. Welche schädlichen Folgen hat denn die Verwendung englischer Begriffe im Deutschen? Ich verstehe es wirklich nicht.
Abgesehen davon, dass ich mir sicher bin, dass nahezu alle aus dem Lateinischen abgeleiteten Fremdwörter von mindestens doppelt so vielen Menschen nicht verstanden werden wie die meisten Anglizismen, ohne, dass sich jemand darüber aufregt.


Ein Schaden entsteht dann, wenn das Vermögen sich in seiner Muttersprache auszudrücken, dadurch geschwächt wird. Wenn nicht mehr klar ist, daß es statt cool auch noch andere Wörter gibt, die Begeisterung ausdrücken.

Niemand regt sich auf? Du vielleicht nicht.

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Thanil
Iniesta de Toto


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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:14                                  +/-

Morgoth
Aber es macht doch nur Sinn, gegen etwas zu protestieren, wenn es negative Auswirkungen hat. Welche schädlichen Folgen hat denn die Verwendung englischer Begriffe im Deutschen? Ich verstehe es wirklich nicht.


Ich sehe einen gewissen Schaden auch in der Tatsache, dass es für die internationale Verständigung hinderlich sein kann. Erzähl einem Engländer mal von deinem "Handy", der versteht kein Wort.

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:16                                  +/-

Es gibt in der deutschen Sprache aus dem Deutschen stammende Worte, seine Begeisterung auszudrücken, aber auch lateinische und französische. Ich weiß nicht, was daran schlimm ist, wenn nun auch noch englischstämmige Begriffe dazukommen.

Zitat:
Niemand regt sich auf? Du vielleicht nicht.


Ich sagte doch nicht, dass sich niemand aufregt, sondern, dass es keinen Grund gibt, sich aufzuregen.

Und diese Angst vor einem Verwässern der Muttersprache blabla ist mir ohnehin recht gleichgültig. Fehlerfreies, fließendes Englisch zu sprechen ist sicher bei weitem wichtiger als gutes Deutsch. Ginge es nach meinen Vorstellungen, wäre an deutschen Schulen und Universitäten Englisch Unterrichtssprache in allen Fächern. Das Handicap, deutscher Muttersprachler zu sein, wird mir besonders bewusst, weil ich sehr gerne einmal einen literarischen Beruf ausüben würde - wenn man einen, etwas übertrieben gesagt, obskuren Dialekt wie das Deutsche als Muttersprache hat, sind die Chancen, literarische Verbreitung zu finden gleich hundertmal geringer, als wenn man als englischer Muttersprachler praktisch die halbe Menschheit direkt erreicht. Obwohl ich gutes und technisch sauberes Englisch spreche, fehlen mir einfach die Feinheiten und das literarische Gefühl, auf Englisch eine gute literarische Geschichte schreiben zu können. Und ins Englische übersetzt wird man erst, wenn man im deutschsprachigen Raum schon großen Erfolg hatte. Mein Gott, was würde ich dafür geben, von Kindheit an zu perfektem Englisch erzogen worden zu sein!
Im Grunde wäre es für mich sogar ein Grund zur Freude, wenn Englisch zur einzigen Menschheitssprache schlechthin würde. Sprachen sehe ich nicht als einen unbedingt zu verteidigenden Eigenwert an. Auch das Latenische war bspw. eine wunderschöne Sprache, und trotzdem leidet niemand unter ihrem Verschwinden.

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Nichtraucher
Fun Bobby


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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:19                                  +/-

Morgi wieder voll in seinem Element grins


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Pray for the people inside your head,
for they won't be there when you're dead.
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Triskel
Dressed-Pugly


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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:20                                  +/-

Nimmermeer
Ein Schaden entsteht dann, wenn das Vermögen sich in seiner Muttersprache auszudrücken, dadurch geschwächt wird. Wenn nicht mehr klar ist, daß es statt cool auch noch andere Wörter gibt, die Begeisterung ausdrücken.

Vielleicht verstehn wir uns irgendwann unterereinander gar nicht mehr, weil jeder aus Worte aus einer beliebigen fremden Sprache benutzt. *übertreib*

Aber ernsthaft: es gibt ja schon heute Verständigungsprobleme zwischen den Generationen, weil die älteren Menschen Worte benutzen, die die Jüngeren nicht mehr kennen und junge Menschen Worte benutzen, die die Älteren noch nicht kennen. Je mehr Fremdworte und -ismen in die deutsche Sprache aufgenommen werden, desto schwieriger wird die Kommunikationen. Wie immer hängt es also von der Menge ab, wie eine Sache zu beurteilen ist. In Maßen eingesetzt kann ich an Fremdworten auch nichts schlimmen finden...wie bei Alkohol. Erst der exzessive Gebrauch macht es unangenehm.

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Helcaraxe



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:25                                  +/-

Morgoth
Aber es macht doch nur Sinn, gegen etwas zu protestieren, wenn es negative Auswirkungen hat. Welche schädlichen Folgen hat denn die Verwendung englischer Begriffe im Deutschen? Ich verstehe es wirklich nicht.

Weil es DÄMLICH, da völlig unnötig ist, Morgoth! Es bringt keinerlei Vorteile mit sich. Noch dämlicher ist, dass immer mehr Leute bereitwillig auf den Zug aufspringen, es auch noch gefördert wird. Die ganz konkreten negativen Auswirkungen hatte ich schon benannt: Oft - allzu oft - wird die wahre Bedeutung eines Begriffs verschleiert oder erschwert, auch (aber längst nicht nur) für Menschen, die der fremden Sprache nicht mächtig sind. Es wäre schon sehr grotesk, wenn sich diese in ihrem eigenen Land deswegen nur noch mit Mühe zurechtfänden, findest du nicht?

Morgoth
Abgesehen davon, dass ich mir sicher bin, dass nahezu alle aus dem Lateinischen abgeleiteten Fremdwörter von mindestens doppelt so vielen Menschen nicht verstanden werden wie die meisten Anglizismen, ohne, dass sich jemand darüber aufregt.

Oh, sie werden schon verstanden, auch wenn sich nicht jeder ihrer fremden Herkunft bewusst ist. Herleiten und verstehen können sind eben zwei paar Schuh. Außerdem zieht der Vergleich meines Erachtens wieder nicht. Lass mal aus dem Deutschen die lateinischen Fremd- und Lehnwörter weg, da bleibt von der ganzen Sprache gleich nur noch die Hälfte übrig. Smilie Richtig, sich darüber zu ereifern wäre in der Tat sinnlos, daran kann man eh nichts mehr ändern.

Übrigens: "etwas macht Sinn" ist auch so ein fieser Anglizismus. "to make sense" kennt man hier nicht, es heißt "etwas ergibt Sinn". Aber das weiß auch kaum noch einer. Zunge

Gepostet am 04.09.2006, 15:31:

Triskel
Helcaraxe
Paradebeispiel "Handy": Der Begriff ist ein reines Kunstwort, dazu gibt es nicht einmal mehr eine englische Entsprechung.

Heißt das englische "handy" nicht auf deutsch "handlich" oder "praktisch"? So unpassend finde ich das garnicht.

Ja, richtig, als Adjektiv gibt es das natürlich. Der Engländer guckt dich trotzdem verständnislos an, wenn du ihn auf dem handy statt dem mobile anrufen möchtest. Geschockt

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Morgi



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:33                                  +/-

@Helcaraxe.
Zitat:
Weil es DÄMLICH, da völlig unnötig ist, Morgoth! Es bringt keinerlei Vorteile mit sich.


Aber es bringt doch auch keine Nachteile. Soll doch jeder nach seiner Facon selig werden. Wenn dir Anglizismen zuwider sind, benutz doch einfach keine. Ich verstehe nicht, wie man sich darüber aufregen kann, dass andere sie benutzen. Ich würde auch niemals Sandalen tragen und nehme es recht gelassen, dass andere Männer diese ästhetischen Bedenken nicht haben.

Zitat:
Oft - allzu oft - wird die wahre Bedeutung eines Begriffs verschleiert oder erschwert, auch (aber längst nicht nur) für Menschen, die der fremden Sprache nicht mächtig sind. Es wäre schon sehr grotesk, wenn sich diese in ihrem eigenen Land deswegen nur noch mit Mühe zurechtfänden, findest du nicht?


Ach, du übertreibst doch. Abgesehen davon, dass seit Jahrzehnten jeder deutsche Schüler jahrelangen Englischunterricht hatte, kann sich sogar jemand, der des Englischen vollkommen unkundig ist, anhand des Kontextes in 95% der Fälle denken, um was es sich handelt. Und wie schon gesagt: Ich bin mir vollkommen sicher, dass Anglizismen nahezu ausnahmslos von einem größeren Teil der Bevölkerung gut verstanden werden als lateinischstämmige Fremdwörter, die kaum auf Kritik stoßen.

Zitat:
Richtig, sich darüber zu ereifern wäre in der Tat sinnlos, daran kann man eh nichts mehr ändern.



Warum sollte man sich darüber auch ereifern, auch, wenn es noch sinnvoll wäre? Es ist mir doch völlig wurscht, woher die Worte stammen, die ich benutze. Hauptsache, ich werde verstanden.

Zitat:
to make sense" kennt man hier nicht, es heißt "etwas ergibt Sinn".


Durch die Tatsache, dass Millionen Deutsche seit Jahren und Jahrzehnten die Wendung "Es macht Sinn" tagtäglich benutzen, ist sie inzwischen ganz offensichtlich zu einem Teil der deutschen Sprache geworden, oder etwa nicht? Lehnst du auch die grammatikalischen Änderungen ab, die das Deutsche im 17. und 18. Jahrhundert durchmachte? Sollen wir wieder Lutherdeutsch sprechen und verhindern, dass jemals irgendeine Änderung an der Sprache erfolgt? Die Entwicklung von Sprache ist ein lebendiger, nicht kontrollierbarer und langsamer Prozess. Wendungen und Begriffe wandern in die Sprache ein, ändern sich und sterben wieder aus. So ist das eben.

Gepostet am 04.09.2006, 15:35:

@Triskel.
Zitat:
Aber ernsthaft: es gibt ja schon heute Verständigungsprobleme zwischen den Generationen, weil die älteren Menschen Worte benutzen, die die Jüngeren nicht mehr kennen und junge Menschen Worte benutzen, die die Älteren noch nicht kennen.


Also ungefähr so, wie es sich seit zehntausend Jahren in jeder lebenden Sprache abgespielt haben dürfte.

Gepostet am 04.09.2006, 15:51:

Wenn man sich übrigens das Verzeichnis prominenter VDS-Mitglieder und ihre Kurzkommentare durchliest, durchfährt einen das kalte Grausen. Ein paar Highlights:

Zitat:
Roland Duhamel (Vorsitzender des belgischen Germanistenverbandes)

"Englisch als erste Fremdsprache müßte europaweit verboten werden."


Zitat:
HAINDLING (Hans-Jürgen Buchner) (Musiker)

liebt seine bayerische Muttersprache und experimentiert mit ihr erfolgreich. Mehr hier: www.haindling.de


Zitat:
Prof. em. Dr. Dietmar Petzina (ehem. Rektor der Ruhruniversität Bochum)

"Wer seine deutsche Muttersprache aufgibt oder mit überflüssigen Anglizismen verhunzt, opfert seine kulturelle Identität."


Zitat:
Helmut Schäfer (Staatsminister im Auswärtigen Amt a.D.)

"Sie müssen sich doch nur ansehen, wer dieses Geschwafel in unserem Land eigentlich verzapft: Leute, die glauben, sie könnten ihre Halbbildung dadurch steigern, daß sie sich plötzlich nicht mehr auf deutsch ausdrücken."


Zitat:
Eberhard Schöck (erfolgreicher Unternehmer, Stifter des "Kulturpreises deutsche Sprache"-)

"Meines Erachtens ist die Art und Weise, in der wir mit unserer Sprache umgehen, ein Zeichen dafür, daß kein nationales Selbstwertgefühl vorhanden ist."


Zitat:
Erika Steinbach MdB (Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und Mitglied des Bundesvorstandes der CDU)

"Produkte, die in Deutschland verkauft werden, müssen auch deutsch beschriftet sein."


Zitat:
Prof. Dr. Michael Wolffsohn (Historiker und Publizist)

"Kein Gemeinwesen kann ohne Patriotismus leben oder überleben"


Liest sich wie ein who´s who der reaktionären Schweinebacken in Deutschland, um mir mal Adrians Begriff zu leihen.

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Gimli



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BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 14:55                                  +/-

Helcaraxe
Übrigens: "etwas macht Sinn" ist auch so ein fieser Anglizismus. "to make sense" kennt man hier nicht, es heißt "etwas ergibt Sinn". Aber das weiß auch kaum noch einer. Zunge

Erstens: Genau wie der lustige Satzbau mit ".... , weil das ist so" also einem Hauptsatz, der auf "weil" folgt.
Zweitens: Muss ich allerdings sagen, dass mich sowas weniger stört als zwanghafte Anglizismen (da stimme ich dir nämlich zu). Denn sowas entsteht einfach aus dem kulturell bedingten Zusammenspiel der Sprachen. Unsere Kultur wird nunmal stark von einer englischsprachigen westlichen Kultur beeinflusst, durch Film & Fernsehen natürlich ganz stark, und da passt sich die eigene Sprache schonmal an.
Drittens: Handy ist wirklich ziemlich mies. Da etabliert sich eine neue Technologie und wir haben nix besseres zu tun, als ein englisches Wort dafür zu erfinden. Na gut, es gibt das Wort "handy", aber es ist schon etwas grotesk, dass wir ein englisches Wort zweckentfremden.
Viertens: Ich wäre dafür Handys ab jetzt Mobis zu nennen, abgeleitet von Mobiltelefon. Yes grins


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Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man.
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