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Erinti



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BeitragVerfasst am: 17.02.2015, 21:46                                  +/-

Diese Äußerung gefällt mir ja sehr:

"I came away definitely feeling like Sam Taylor-Johnson trojan horse'd fans and basically exposed Christian as a sociopath/abuser.

I don't see how anyone could watch the final scene with her sobbing as he beats her with a belt, and then literally screaming "No!" five times in his face as he goes to run after her, and not come out of it feeling like they just watched a movie about domestic abuse.

More interestingly, I know a lot of people who enjoyed the books and went to see the movie and came out of it feeling seriously uncomfortable. One woman even said, "Well, that's not how the book ended!" and then immediately looked it up and realized, to her shock, that it actually was.

[...]

The cam I was watching obviously had audience reactions, and there were a number of young women who kept squealing when he'd show up with a helicopter, or when he bought her a car, or when he called her his girlfriend.

But by the end of the movie, the whole theater was dead silent. It was really eerie."

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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 17.02.2015, 22:24                                  +/-

Ich finde es zumindest bemerkenswert, wie sehr wir uns hier mit einem Film beschäftigen, den keiner von uns gesehen hat oder sehen möchte - von der literarischen Vorlage mal ganz abgesehen. Ich frage mich ernsthaft, woran das liegt. Ich meine, man könnte das Ganze auch einfach als Schund abhaken und sich wichtigeren Dingen widmen. Aber nein, ich ertappe mich selber dabei, jede einzelne Rezension nachzulesen, und ich muss gestehen, dass insbesondere die letztgenannten, die diese Geschichte als Film über häusliche Gewalt beschreiben, mich aufhorchen lassen. Denn das klingt plötzlich gar nicht mehr nur nach seichter Unterhaltung. Kann es sein, dass es der Regisseurin gelungen ist, einer an sich banalen Geschichte durch die Art ihrer Darstellung eine unerwartete Komplexität zu verleihen? Es verblüfft mich ja schon, dass der Erstling dieser Dame "Nowhere Man" war, ein Film über die musikalischen Anfangsjahre von John Lennon, den ich in recht positiver Erinnerung habe. Aber der Trailer war einfach nur ... uärghs! ... da kann doch am Ende kein guter Film dabei rauskommen!

Nüchtern betrachtet läuft die Geschichte auch nicht viel anders ab als in "9 1/2 Wochen": Frau verfällt dominantem Mann, ordnet sich ihm in allem unter, weil es sie anmacht, dass er bestimmt, wo's langgeht, und verlässt ihn dann am Ende doch, weil er nicht weiß, wann er aufhören muss. (Im Film zumindest. Im Buch bringt er sie am Ende mit akutem Nervenzusammenbruch in die Psychiatrie, und das war dann das letzte Mal, dass sie ihn zu Gesicht bekommt.) Es ist ja nicht so, dass die Handlung irgendeinen besonders beeindruckenden Twist zu bieten hätte oder die Charakterentwicklung plötzlich überraschend anders verliefe als in vergleichbaren Vorläuferfilmen. Das alles ist nicht einmal ein revolutionärer Tabubruch. Alles schon mal da gewesen. Was also ist es, das diesen Film zu einem derartigen Hype macht? Ich kapier's einfach nicht.

Edit: Die Romantiklüge allein kann's auch nicht sein. Die gibt es in x-Dutzend anderen Filmen auch, ohne dass irgendjemand deswegen senkrecht die Wand raufläuft.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 17.02.2015, 22:43                                  +/-

Ich glaube, der Hype allgemein kommt lediglich von der vermuteten Grenzüberschreitung durch die SM-Thematik, also von einer rein äußerlichen Attraktion.
Alles andere, was sich hier und im Netz abspielt, also die Auseinandersetzung mit dem Männer-Frauen-Beziehung-Geschlechter-Rollen-Bild, sind schon die "tiefergehenden" Kommentare, die man bei Lieschen-und-Hänschen-Alltagsmensch vermutlich nicht antreffen wird.

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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 17.02.2015, 23:03                                  +/-

Aber SM ist ja nun auch nicht gerade eine neumodische Erfindung. Wie gesagt: Das gab's in 9 1/2 Wochen auch schon alles. Von Marquis de Sade mal ganz zu schweigen. Wieso also plötzlich dieser Hype? Ich kann mir das eben gerade mit dem SM allein nicht erklären. Oder muss jede Generation ihre Grenzüberschreitung durch SM neu entdecken?

Was die Genderanalysen angeht, so gebe ich dir recht, dass hier im Forum und in manchen Blogs ein besonders reflektiertes Publikum zuhause ist. Allerdings arbeiten wir uns ja auch nicht an jedem gut verkauften Schundroman ab. Oder ist es gerade der Hype, der dann doch wieder das Interesse weckt? So wie Celebrian oben schrieb:
Celebrian
...mich nervt, wenn es derartig sintflutartige Kreise zieht, daß es bestimmten Aussagen über Frauen allgemein Vorschub zu leisten scheint.

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lila



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 16:00                                  +/-

Arianrhod
Aber SM ist ja nun auch nicht gerade eine neumodische Erfindung. Wie gesagt: Das gab's in 9 1/2 Wochen auch schon alles. Von Marquis de Sade mal ganz zu schweigen. Wieso also plötzlich dieser Hype? Ich kann mir das eben gerade mit dem SM allein nicht erklären. Oder muss jede Generation ihre Grenzüberschreitung durch SM neu entdecken?


Die Auseinandersetzung mit versch. Formen von Sex ist einfach nicht gesellschaftlicher Mainstream. Wobei vielleicht doch ein größeres Bewusstsein für "außergewöhnliche" sexuelle Praktiken vorhanden ist und selbige möglicherweise auch mehr praktiziert werden, als man glaubt - es wird halt nicht darüber gesprochen und das alles hat noch immer den Touch des Verruchten.

Ein Punkt bei 50 Shades ist glaube ich außerdem, dass es aus der Perspektive einer Frau für Frauen als Zielpublikum geschrieben wurde. Den ganzen Beziehungs-Psycho-Bullshit beiseite bedient das damit schon eine Art Marktlücke. Dass Frauen jetzt irgendwie weniger an Sex interessiert wären, ist ja auch so ne Annahme, die sich hartnäckig hält, was aber auch dazu führt, dass Frauen einfach weniger für div. Formen sexueller/erotischer Fantasien als Zielgruppe erfasst werden. Also ich denke hier vor allem an Mainstream-Porn. Gucken manche (einige?) Frauen natürlich auch, aber das ist schon häufig auf Männer zugeschnitten, jetzt nicht unbedingt in Sachen dargestellte Praktiken/Konstellationen, sondern wie sich die Leute beim Sex verhalten.

Jetzt gibt es heutzutage zwar auch genug alternative Pornographie, aber danach muss man halt auch erst mal suchen (können). Was bleibt, sind dann komische Schundromane und Fanfiction. Das ist auch erstmal "harmloser", denn nach pornographischen Darstellungen zu suchen, muss man sich auch erstmal trauen. Und man muss da wirklich im Hinterkopf behalten, dass für genug Frauen auch heute noch eine Auseinandersetzung mit Sex(ualität), vor allem in Richtung Masturbation (ob jetzt nur in Gedanken oder tatsächlich ausgeführt), was anrüchiges hat.

Wenn man Sex jetzt in Schundromane verpackt, braucht das ganze halt ansatzweise ne Story und dass da jetzt einfach auf gängige Klischees zurückgegriffen wird, ist nicht verwunderlich, aber halt äußerst problematisch. Darin liegt glaube ich auch der Knackpunkt, warum die Beziehung in 50 Shades nicht reflektiert wird - weil es im Grunde "nur" die Potenzierung diverser Idealvorstellungen ist.
- heiße aber komplizierte (und damit spannende) Affäre zu Beginn führt zu wahrer Liebe und Häuslichkeit
- dabei gibt's noch kinky Sex
- mit dem reichen, gut gebauten, müsteriösen und bestimmten Märchenprinzen
- der aber auch eine soft side hat
Das hätte man auch ohne abuse schreiben können (hätte die Vorstellungen dahinter nicht besser gemacht, aber hätte dann etwas weniger eingetrichtert, dass es super ist, sich ausnutzen zu lassen), aber wenn man meint, das alles so weit zu steigern, dass es ganz doll aufregend wird, kommt abuse raus. Sagt auch ganz schön was über die Verfassung diverser Beziehungsideale aus. Deswegen hat aber meiner Meinung nach schon die Story auch zum Hype beigetragen, weil sie so banal und damit leicht greifbar ist, gleichzeitig geht dadurch halt der Teil des abusive relationships unter, weil das hier nur ein Mittel zum Zweck ist, die komplizierte Affäre mit dem darauf folgenden "Happy End" darzustellen. So wird einem halt aber auch subtil vermittelt, dass das ja eigentlich alles kein Problem darstellt.

Stellt sich jetzt halt die Frage, ob eine Story über die Journalismusstudentin und den CEO-Typen, die aufregenden Sex haben, weil sie sich halt erstmal einfach geil fanden, aber sich irgendwann nur mehr zoffen, weil sie ihre Lebensalltage nicht vereinen können, die Karriereaussichten für angehende Journalistinnen einfach frustrierend sind und der CEO-Typ zwischen Businesstermin und Fitnessstudio keine Zeit hat, die neuesten Sexspielzeuge zu kaufen und sie jedes Wochenende auf irgendeinen aufregenden Trip mitzunehmen, den sie sich sonst nicht leisten könnte, sie aber irgendwann draufkommt, dass er einfach so grumpy und aggro ist, weil er seinen Lebenstraum der Tierschutzarbeit nicht erfüllen könnte (eigentlich hat er nämlich nur deswegen keine Zeit, weil er heimlich im animal shelter arbeitet), weil er das Unternehmen seiner Eltern übernehmen musste (wie sonst ist man mit 27 CEO?), sie ihn in ihrem endlosen Idealismus (warum sonst studiert man heute noch Journalismus?) aber dazu bringt, die Firma sein zu lassen und mit ihr gemeinsam das weitere Leben mit der Arbeit mit Orang Utans in Borneo zu verbringen genauso erfolgreich gewesen wäre.

Hier übrigens auch mal ein Artikel über das Männerbild, das der Film vermittelt. Ist ja genauso bescheuert.


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kpm



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 16:28                                  +/-

Arianrhod
Wieso also plötzlich dieser Hype? Ich kann mir das eben gerade mit dem SM allein nicht erklären. Oder muss jede Generation ihre Grenzüberschreitung durch SM neu entdecken?

Ein Aspekt, von dem ich mir vorstellen könnte, dass er eine Rolle spielt, wäre Anastasias zwiegespaltenes Innenleben. Ich kenne das aus anderen SM-bezogenen Büchern und Filmen so nicht - ich denke da an den Klassiker "Geschichte der O" oder auch an "Secretary"; "9 1/2 Wochen" kenne ich nicht. O und auch Lee aus Secretary kennen ihre eigenen Neigungen genau; und obwohl sie zumindest anfangs ausloten müssen, wie öffentlich sie sie machen können und wollen, hadern sie eigentlich zu keinem Zeitpunkt mit sich selbst, und stehen am Ende extrem stark und selbstbewusst zu der Lebensweise, die ihnen Lust bereitet. In Shades of Grey scheint das dagegen ein kontinuierliches Hin- und Hereiern zu sein, zumindest beschweren sich viele Buch-Rezensenten darüber, wie nervig diese dauernden inneren Diskussionen zwischen Anastasia, ihrem redseligen Unterbewusstsein und ihrer inneren Göttin sind. In den Passagen, die ich daraus gelesen habe (nur die ziemlich spärlich gesäten Sex-Szenen), ist sie dauernd zerrissen zwischen Scham und Lust und ist immer wieder von Neuem überrascht darüber, was für Sachen, die sie selbst irgendwie bedenklich findet, ihrer inneren Göttin gefallen (bzw. im Shades-of-Grey-Stil: ihre innere Göttin Saltos vom Stufenbarren machen und Tango tanzen lassen).
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von Zwiespalt zwischen Lust an sexueller Unterwerfung und vagen Bedenken dagegen etwas ist, in dem man sich tatsächlich speziell heute wiederfinden kann. Ich hab zumindest schon das Gefühl, dass man so sehr eingebläut bekommt, sich als Mädchen immer mit Nein-Sagen gegen die lüsternen Jungs wehren zu müssen, dass man dann anfangs erstmal lernen muss, nicht jeden sexbezogenen Satz, Gedanken und Wunsch von männlicher Seite als Zumutung zu sehen und bei Zustimmung ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und je krasser der Wunsch, desto stärker kann vielleicht dieses Dilemma zwischen 'Eigentlich hab ich auch Lust' und 'Sowas darf er doch nicht von mir verlangen' empfunden werden (obwohl, wie vielfach angemerkt, im SM-Kontext diese Art von Dilemma durch klare Ansagen und Spielregeln eigentlich eher weniger entsteht als sonst). In der Geschichte der O z.B. findet man diese Art von Zwiespalt nicht. Ich will nicht behaupten, dass das in Shades of Grey irgendwie besonders reflektiert wird, aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass für viele Anastasias Art von widersprüchlichen Gedanken näher und nachvollziehbarer sind als etwa Os offensiver Stolz auf das, was sie tut.
Also, das sind eher Gründe, die ich mir dafür vorstellen könnte, warum geneigte Leserinnen heute nicht einfach zu O, de Sade u.ä. greifen, und sicherlich noch keine Erklärung dafür, warum ausgerechnet jetzt ausgerechnet das Shades-Buch so überragend gut ankommt, aber vielleicht ist das einer der Nerven, die da aktuell getroffen werden.


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lila



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 16:42                                  +/-

Guter Punkt, denke auch, dass da kann was dran sein kann.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 18:29                                  +/-

IKEA springt auf den 50-Shades-Hype auf und präsentiert "Folterkammer Christian" rolling on the floor...

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Celebrian
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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 18:30                                  +/-

Danke für den Artikel, lila - natürlich ist ein derart geschlechterrolliges Buch immer auch männerfeindlich. Hier: Außen perfekt, innen ramontisch kapott, der Heilung durch das Weib bedürftig. (Sogar zur emotionalen Annahme der Vaterschaft seines ungeborenen, natürlich männlichen Kindes findet er erst mit ihrer Hilfe. Wie überhaupt zu emotionaler Zurechnungsfähigkeit, aber das ist ja leider ein Topos in RomComs.)

Ich habe mir jetzt mal die Handlung der beiden Folgebände durchgelesen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann will Anastasia am Ende eine Vanilla-Beziehung - und "heilt" Christian dahingehend, daß er zustimmt. Das heißt, die Romane haben überhaupt noch viel weniger mit SM zu tun, als ich dachte, bzw. sie sind eigentlich sogar SM-feindlich. Christians sadistische Neigungen sind ausschließlich pathologischer Natur. Er wird am Ende geheilt wie ein Schwuler, der sich zum Hetero "bekehren" läßt. Wtff??
Für die weibliche Perspektive heißt das: Das Buch bietet der Leserin ein Schlupfloch. Sie darf insgeheim SM geil finden, reinigt sich (und ihn) aber am Ende wieder von dem Schmuddelkram.

Also - das Machwerk scheint wirklich in alle Richtungen ganz bös auszuteilen, ob Männer, Frauen, Masoch- oder SadistInnen. Wie angedeutet, @Arianrhod, geht mir die ganze Angelegenheit nur wegen der Massenrezeption so an die Nieren.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 18:39                                  +/-

Celebrian
Für die weibliche Perspektive heißt das: Das Buch bietet der Leserin ein Schlupfloch. Sie darf insgeheim SM geil finden, reinigt sich (und ihn) aber am Ende wieder von dem Schmuddelkram

Es schlägt ein Bisschen in die selbe Kerbe wie Twilight - das ja auch bei weiblichen Fans besonders gut ankommt.
Aus den verruchten, sexuellen Vampiren, die nur in der Nacht existieren können (und dadurch eine eklatante Schwäche haben - gutes Balancing) werden weichgespühlte vegetarische Vampire ohne Sex und ohne Schwäche.
Vampire für kleine Mädchen. Auf den ersten Blick abgründig und verrucht, aber in Wahrheit züchtig und harmlos.


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lila



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 18:48                                  +/-

War ja auch erstmal Twilight-Fanfiction. zwinkern


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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 18:50                                  +/-

Moment, hier macht ihr aber einen Fehler: Die Story in den Fortsetzungen hat ja nichts mit dem riesigen Überraschungserfolg der Twilight-Fanfiction bzw dem ersten Buch zu tun. Das wurde von der Autorin nur nachgeschoben.


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lila



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 19:19                                  +/-

Naja, aber das, was sie nachgeschoben hat, wird jetzt immer wieder herangezogen, um zu rechtfertigen, dass die ganze Kritik an dem Buch ja nur von Hatern kommt und ganz falsch ist, weil sie haben sich ja doch so lieb und so.

Wäre der Spuk mit dem vorbei gewesen, was laut Wiki zum Schluss des ersten Bandes kommt, nämlich dass sie ihn verlässt, würde die Sache schon anders aussehen. Dann hätten wir maximal ein offenes Ende, wo sich die ganz verzweifelte Hausfrau noch ihr Happy End dazufantasieren kann.

Dann wäre das zwar noch immer emotional degenerierter Märchenprinz und scheues Mädchen, die sich in heißer Affäre mit unrealistischem BDSM-Sex wiederfinden, mit der sie aber nicht so ganz klarkommt und dann geht. Das wäre dann ja schon fast vielschichtig!

Aber dann
Laut Wiki
Nach Kritik an den Details von BDSM-Praktiken, die von Dominanz und Unterwerfung, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz oder Fesselungsspielen handeln, entwarf E. L. James die Fortsetzungsgeschichten und veröffentlichte sie auf ihrer eigenen Webseite unter FiftyShades.com


Und der große kommerzielle Erfolg kam erst, als alle drei Bände draußen waren. Ganz so unabhängig von einander würde ich das also nicht sehen.


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Lothiriel
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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 19:51                                  +/-

kpm
Ich hab zumindest schon das Gefühl, dass man so sehr eingebläut bekommt, sich als Mädchen immer mit Nein-Sagen gegen die lüsternen Jungs wehren zu müssen, dass man dann anfangs erstmal lernen muss, nicht jeden sexbezogenen Satz, Gedanken und Wunsch von männlicher Seite als Zumutung zu sehen und bei Zustimmung ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und je krasser der Wunsch, desto stärker kann vielleicht dieses Dilemma zwischen 'Eigentlich hab ich auch Lust' und 'Sowas darf er doch nicht von mir verlangen' empfunden werden (obwohl, wie vielfach angemerkt, im SM-Kontext diese Art von Dilemma durch klare Ansagen und Spielregeln eigentlich eher weniger entsteht als sonst). In der Geschichte der O z.B. findet man diese Art von Zwiespalt nicht. Ich will nicht behaupten, dass das in Shades of Grey irgendwie besonders reflektiert wird, aber ich könnte mir trotzdem vorstellen, dass für viele Anastasias Art von widersprüchlichen Gedanken näher und nachvollziehbarer sind als etwa Os offensiver Stolz auf das, was sie tut.
Also, das sind eher Gründe, die ich mir dafür vorstellen könnte, warum geneigte Leserinnen heute nicht einfach zu O, de Sade u.ä. greifen, und sicherlich noch keine Erklärung dafür, warum ausgerechnet jetzt ausgerechnet das Shades-Buch so überragend gut ankommt, aber vielleicht ist das einer der Nerven, die da aktuell getroffen werden.


Dazu paßt auch noch die Art der Erfolgsgeschichte von 50 Shades: Von den "normalen" Verlagen wurde das Buch als zu schlecht abgelehnt, anfangs gab es das daher nur als eBook (self-published, später dann als print on demand). Passenderweise fiel diese Veröffentlichung in genau die Zeit, als auch die passenden Reader rasant an Verbreitung zunahmen. Das Buch ist nun nicht so anspruchsvoll geschrieben, daß man es nicht unterwegs lesen könnte, und mit den Readern gab es zum ersten Mal ohne großen Aufwand die Möglichkeit unterwegs und ohne seltsame Blicke und Sprüche ein Buch mit so viel Sex drin (schlecht geschrieben oder nicht) zu lesen. Und oh Wunder! Auch Frauen finden Sachen mit Sex drin toll. Wenn sie dabei nicht erwischt werden. Und sich nicht rechtfertigen müssen. Das Ding hat sich also ganz gut verbreitet und wurde irgendwann doch als "richtige Bücher" rausgebracht, aber da war es dann schon so erfolgreich und gesellschaftsfähig, daß sich niemand mehr seltsam vorkommen musste, der sich das Buch zulegte.

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Celebrian
Katen-Löwin


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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 19:57                                  +/-

Tyler Durden
Moment, hier macht ihr aber einen Fehler: Die Story in den Fortsetzungen hat ja nichts mit dem riesigen Überraschungserfolg der Twilight-Fanfiction bzw dem ersten Buch zu tun. Das wurde von der Autorin nur nachgeschoben.


Hö? Ich sag ja nicht, daß ich den Erfolg erklären will. Ich will nur verdeutlichen, warum ich ihn zum Verzweifeln finde. (Bzw. das Buch schrottig bis ekelhaft.)

Gepostet am 18.02.2015, 18:59:

Lothiriel
Und oh Wunder! Auch Frauen finden Sachen mit Sex drin toll. Wenn sie dabei nicht erwischt werden. Und sich nicht rechtfertigen müssen.


Das Netz platzt aus allen Nähten vor lauter Fanfiction, und zwar mit jedem noch so abseitigen Fetisch und in jedem noch so abgelegenen Fandom. Alles umsonst, und teils um Längen besser geschrieben als 50 Shades. Ich check's nicht.

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GuyIncognito



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 20:40                                  +/-

Celebrian
Das Netz platzt aus allen Nähten vor lauter Fanfiction, und zwar mit jedem noch so abseitigen Fetisch und in jedem noch so abgelegenen Fandom. Alles umsonst, und teils um Längen besser geschrieben als 50 Shades. Ich check's nicht.

Musik die in den Charts ist, ist dort nicht, weil sie gut ist, sondern weil sie gut vermarktet wurde bzw. man sie überall hört oder kennt. So ist es dort auch.

Nicht alles was bekannt ist, ist gut und nicht alles was gut ist, ist auch Bekannt.
Die meisten Leute machen sich nicht die Mühe etwas zu suchen, sie nehmen das offensichtliche. Und 50 Shades hat offensichtlich auch einen Nerv getroffen. Das muss man auch erst mal schaffen. Auch wenn viel Glück dabei.


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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 20:48                                  +/-

Der Film hat das Prädikat "wertvoll" bekommen. Überrascht

Ansonsten herzlichen Dank für eure anregenden und vielschichtigen Gedanken zu diesem Phänomen. Meine Antwort folgt, sobald ich ein wenig mehr Muße habe.

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Ludy
Sommerfestlady


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BeitragVerfasst am: 18.02.2015, 20:50                                  +/-

Vielleicht kann man die Diskussion in einen eigenen Filmthread verschieben? Damit die anderen aktuellen Filme nicht untergehen?


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Raus aus dem Aquarium und Vogel werden – is’ schwierig.
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Arianrhod



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BeitragVerfasst am: 19.02.2015, 00:58                                  +/-

Ich hab meine Antwort jetzt mal in lilas tollen Thread im Literaturforum platziert, weil sie sich doch wesentlich stärker mit der literarischen Vorlage beschäftigt als mit dem Film.

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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.02.2015, 08:40                                  +/-

Deutsche Film- und Medienbewertung
FIFTY SHADES OF GREY ist ein sinnlich-erotisches und modernes Märchen über Kontrolle, Verführung, Begierde und Leidenschaften. Prickelnd und faszinierend.

Ja dann.
Und wir schlagen uns hier die Köppe ein.

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Tyler Durden
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BeitragVerfasst am: 19.02.2015, 13:34                                  +/-

Das kann ja sogar stimmen. Siehe:

Pk
3,9 bei imdb. Haters gonna hate Bin mir sicher, soo schlecht ist der gar nicht.


Es sind die Männerbewertungen (2,8) die den Film bei imdb versenken. Von der Zielgruppe der Frauen aus steht der Film konstant (obwohl inzwischen 60000 Bewertungen mehr) bei okayishen 6,0.

Gepostet am 19.02.2015, 12:38:

Wobei sich hier niemand die Köpfe einschlägt. Wir scheinen ja wirklich alle auf einer Linie zu liegen.


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Euseppus



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BeitragVerfasst am: 19.02.2015, 14:44                                  +/-

Ich meinte ja eher unsere Köppe deskpalmend auf den Wohnzimmertisch.

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